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Freitag, 15. April 2011

DAS LEBEN IST KEINE KOMÖDIE

In der klassischen Komödie gibt es für den Schluss meistens zwei Möglichkeiten: Entweder es wendet sich alles zum Guten und die Handlung findet ein glückliches Ende, oder aber das komplette Gegenteil ist der Fall und ein trauriges Ende ist unabwendbar, eine Katastrophe steht bevor.
In der Realität sieht das ganz anders aus. Eine scheinbar schreckliche Begebenheit stellt sich als gar nicht so grässlich heraus und man beginnt, das Positive daran zu erkennen: das ist dann schön. Wenn es aber anders herum kommt und ein auf den ersten Blick wahnsinnig toll geglaubtes Etwas sich als blendende Mogelpackung entpuppt, wünsche ich mir manchmal die Einfachheit einer alten Geschichte oder einem Märchen: Wo Gut und Böse genau voneinander getrennt sind, offensichtlich für jeden zu sehen ist, was moralisch vertretbar ist, was nicht und man sich nicht unnötig den Kopf mit Grübeleien um das Richtig oder Falsch schwer machen muss.
Bis zu welchem Grad muss ich meine eigenen Wünsche hinten anstellen? Ab wann beginnt eine Lüge? Ich bin heute vor eine Vielzahl an Konflikte mit meinem Gewissen gestellt worden und muss einfach mal los werden, dass das verdammt schwierig ist. Entscheidungen. Sobald ich mich festgelegt habe, gibt es nur schwer einen Rückzug. Manchmal ist eine Entscheidung sogar endgültig und verändert womöglich mein und das Schicksal anderer.
Manchmal kann ich das nicht. Entscheidungen fällen, ganz alleine. Und wenn ich andere frage, bekomme ich zwar halbherzige Ratschläge (die sich oft auch noch widersprechen), letzten Endes bleibt es aber trotzdem meine Angelegenheit. Es heißt Zähne zusammen beißen, Augen zu und durch. Rein ins kalte Wasser, mich irgendwie entscheiden.
Nur wie, möchte ich wissen! Wie denn?

K O N F U S E   U N E N T S C H L O S S E N H E I T   A U F   G A N Z E R   L I N I E .

Mittwoch, 13. April 2011

KOLLEKTIV-MONOLOGE UND ANDERE KATASTROPHEN

Heute hatten wir die letzte Probe mit unserem Dirigenten. Ach man, ich werde ihn so vermissen. Wirklich. Klar gibt es Momente, wo ich ihn gerne auf den Mond geschossen hätte, aber verglichen mit den wahnsinnig witzigen Gesprächen und Diskussionen, die ich mit ihm hatte und der Energie, die er immer versprüht hat, wenn er von Musik und Humor so begeistert war, dass er förmlich zu platzen schien, waren die negativen Aspekte wirklich nichtig.
Er ist gleichzeitig mein Lehrer im Einzelunterricht Klarinette, das macht den "Verlust" um einiges erträglicher. Und trotzdem, er wird in den Proben fehlen. Was macht denn eine Schafherde vollkommen ohne jemanden, der sich auskennt? Eben. Sie geht vor die Hunde.
Jedenfalls möchte ich euch heute von einer unserer glorreichen Gedankenspielerein erzählen. Sie fand heute statt, zwischen Liedwechsel und dem Sortieren der einzelnen Register für Soloeinsätze. In solchen Momenten wandte er sich meistens uns Klarinetten zu und wir führten tolle Gespräche. Das war wohl das letzte dieser Art.
Und zwar beobachteten wir etwas: Ein wahnsinns Lärm machte sich im Saal der Musikschule breit, allgemeines Gerede und Geschrei füllte jede noch so versteckte Ritze des Raumes. Jeder schien seinem Nebensitzer ganz dringend etwas mitteilen zu müssen, allerdings redeten die Menschen nicht wirklich miteinander. Alle redeten aneinander vorbei. Es war wirklich einfach unmöglich, einander zu verstehen.
Also taten die Leute nur so, als würden sie sich unterhalten. Sie waren wirklich verdammt bemüht; doch eben durch diese Bemühungen wurde es ein Ding der Unmöglichkeit.
Sie waren so beschäftigt damit, sich Gehör zu verschaffen, dass sie einfach nichts mehr sagen konnten. Jeder führte auf diese ganz spezielle Weise einen Monolog.
"Jule, das musst du zu nem Dialog schreiben!"
- "Äh nein, das ist wenn dann ein Monolog."
"Ja! Jeder führt seinen eigenen Monolog. Gleichzeitig."
 - S T I L L E -
-"Ein Kollektivmonolog!"
"Genial! Ich hab grad darüber nachgedacht, wie man das wohl nennt..."
Eigentlich ist das nicht lustig, sondern traurig. Wir haben zwar ordentlich gelacht, aber wenn man genauer darüber nachdenkt... Es kommt wahnsinnig oft vor, dass Menschen einfach aneinander vorbei reden. Dass sie im Grunde mit sich selbst reden und der anderen nicht zuhört; ob er das nun akustisch nicht kann, kognitiv nicht in der Lage dazu ist oder schlichtweg uninteressiert. Und trotzdem wird munter weiter geredet. Einfach nur, um halt zu reden.
Vielleicht sollten wir eine Initiative gründen. Gegen Kollektivmonologe, für mehr Gespräche.

B L A   B L A   B L A   -   W A S   H A S T   D U   N O C H M A L   G E S A G T ?

Mittwoch, 30. März 2011

ES GIBT DA SO EIN GERÜCHT...

Gerüchte sind selten was Gutes. Habt ihr schonmal ein nettes Gerücht über jemanden gehört? Nein? Ich auch nicht. Wenn ja, dann schätzt euch glücklich. Die Gerüchte, die ich mir bisher so anhören musste, waren eigentlich immer nur dazu da, Leuten zu schaden und Unheil anzurichten. Ganz interessant ist es auch, abstruse Fragen von Menschen zu bekommen, mit denen man noch nie zuvor geredet hat. Jetzt plötzlich interessieren sie sich für einen - "Du, ich hab da sowas gehört... Stimmt das?"
Nein, das stimmt nicht. Nein, da hast du falsch gehört. Hallo?! Du kennst mich doch gar nicht! Natürlich nicht! Was für eine Wirkung irgendein Klatsch und Tratsch hat, ist schon verblüffend. Nur weil plötzlich jeder darüber redet und Mutmaßungen anstellt, muss es doch noch lange nicht stimmen. Ein Gerücht kann eigentlich gar nicht stimmen. Frage drei verschieden Leute darüber aus und du bekomst drei verschiedene Versionen - eine unrealistischer als die andere.

Wisst ihr, was ich noch schlimmer finde, als Gerüchte über einen selbst zu hören? Gerüchte über Freunde zu hören, die dann auch noch stimmen. Wenn eine wirklich gute Freundin mir nämlich etwas verschweigt oder eben nicht erzählt und ich es erst durch den allgemeinen Pausenhoftratsch mitbekomme, stimmt doch irgendwas nicht. Entweder, sie vertraut mir nicht oder sie will mich schützen. Was beides irgendwie Blödsinn ist. Ich weiß auch keine Erklärung, ich weiß nur, dass es mich traurig macht.
Es wäre schön gewesen, hättest du es mir erzählt.

I C H   H Ä T T E   D I R   Z U G E H Ö R T .

Donnerstag, 24. März 2011

ICH BIN IMMER JULE.

Wenn ich von dem "Jetzt" spreche, ist das eigentlich schon eine Lüge, denn es ist sofort vorbei. Ich war noch nie älter als jetzt. Und jetzt. Und jetzt. Versteht ihr, was ich meine? Es lässt sich nicht aufhalten. Wir werden älter, alles verändert sich und vergeht eines Tages. Wir Menschen haben dieser mysteriösen Kraft, diesem unermüdlichen Weiterlaufen der Veränderung einen Namen gegeben. Es ist die Zeit.
Sie vergeht, da können wir gar nichts dagegen tun. Als Kind scheint sie wahnsinnig langsam zu gehen, viele wünschen sich, auch bald groß zu sein und Dinge zu tun, die Kinder eben nicht tun können. Und dann ist man eines Tages "groß" und alles, was von der Kindheit übrig ist, sind vereinzelte Erinnerungsstücke und naürlich man selbst. Denn ob es um das vierjährige Julchen geht, das ihre Mama voll Ernsthaftigkeit fragt, ob das Christkind eigentlich nachtaktiv sei, oder um die erwachsene Frau, die ich irgendwann mal sein werde: Ich bin immer ich.
Zeit vergeht, Dinge wandeln, Entscheidungen werden getroffen - das Leben verändert sich. Ich aber bin immer Jule. Ich wünsche mir sehr, dass ich als Siebzigjährige immer noch sagen werde: "In mir steckt das Kind von einst. Ich bin das Kind von einst, ich bin Julchen." Jeder ist einmal Kind gewesen. Ob er sich noch aktiv daran erinnert, ist eine andere Frage. Es wäre wohl schön, wenn es mehr Leute täten.
Aber wisst ihr was? Ich denke, jeder von uns hat diese Fähigkeit. Ich denke, die Kinder im Inneren der allermeisten Leute leben immer noch und ab und an blitzen sie durch die müden und alt gewordenen Augen. Wie durch ein Wunder scheint das ganze Gesicht zu leuchten, all der Frust löst sich in ein offenherziges Lächeln auf und jeder kann es sehen: Das Kind von einst, das wir immer noch sind.

D I E   V E R G A N G E N H E I T   -   S I E   W I R D   U N S   B E G L E I T E N   B I S   I N   D I E   E W I G K E I T .

Montag, 14. März 2011

INS LEBEN STÜRZEN

Ab und zu tut es mir gut, mich einfach auszuklinken und Beobachter zu spielen. Als sei ich in einem Kino, setze ich mich irgendwo hin, lasse meinen Blick schweifen und gebe mich schlicht und ergreifend den Eindrücken und den Farben hin.
Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern manchmal auch wahnsinnig berührend. Heute sah ich beispielsweise zwei kleine Mädchen, wie sie leuchtende Augen hatten, als sie ihr selbst gebasteltes Spiel das erste Mal spielten. Auch toll finde ich Schmetterlinge, die gemeinsam eine Wiese entlang fliegen und immerzu umeinander kreisen, als gäbe es nichts anderes auf der Welt.
Wäre es nicht schön, für einen Tag oder eine Woche oder einen Monat so zu leben, wie ein Schmetterling? Immerzu nur um das kreisen, was wir lieben, den ganzen Tag nur das tun, was uns gefällt. Mal ehrlich: Wir verbringen an einem Tag doch viel zu viel Zeit damit, über das zu jammern, was wir haben und uns eine schönere, bessere Alternative zu wünschen. Ich liebe es abgrundtief, zu träumen. Damit meine ich nächtliche Träume ebenso wie Tagträume.
Wie wäre es, wenn diese Träume einfach umgesetzt würden? Relativ häufig stelle ich mir Gesprächsabläufe vor, die ich nie führen werde. Warum nicht? Fehlt mir der Mut oder ist es ganz einfach Angst? Angst vor dem Unveränderlichen, vor den Konsequenzen, vor zu viel Realität.
"So, meine kleine Amélie. Sie haben keine Knochen aus Glas. Sie dürfen sich ins Leben stürzen. Die Chance dürfen Sie nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen, sonst wird Ihr Herz mit der Zeit nach und nach so trocken und verletzlich wie mein Skelett. Also, verdammt noch mal: Los jetzt!" - Die fabelhafte Welt der Amélie
 Das ist ein schöner Wunsch. Mehr von den Dingen tun, von denen ich träume. Ich versuche es mir zu Herzen zu nehmen und werde beim nächsten Tagtraum intensiv darüber nachdenken, ob sich eine Umsetzung in die Realität nicht lohnen würde.

E I N S   W Ä R E   S I E   A U F   J E D E N   F A L L :   A U F R E G E N D .

Mittwoch, 9. März 2011

MEINE PINNWAND

Oft wird darüber geredet, dass es Abwechslung braucht. Überall. In der Arbeit, im Freundeskreis, bei Unternehmungen, zu Hause. Das ist auch ein Grund dafür, warum ich eine Pinnwand bei mir im Zimmer hängen habe.
Entschuldigt bitte die grauenvolle Qualität, die Webcam leistet einfach nicht so viel. Das Bild dient auch eigentlich nur dazu, meine Erzählung ein bisschen greifbarer zu machen. Das Ding, was da rechts runter hängt zum Beispiel, ist eigentlich eine rote Krawatte. In natura erkennt man das wunderbar, nur waren eben die Lichtverhätnisse in meinem Zimmer nicht... ideal. :D
Ich benutze diese Pinnwand nicht wie vielleicht vermutet als Erinnerung daran, was noch alles zu erledigen ist und woran ich unbedingt denken muss (wobei das vielleicht auch ganz praktisch wäre :D). Ich benutze sie vielmehr als Ort, an dem Erinnerungen fest gehalten werden. Einige Fotos hängen dort, Liedtexte, Gedichte, Postkarten, eine niedliche Papiertüte, in der ich besondere Briefe aufbewahre, Bahnkarten und Buttons. Alles, was mir in irgendeiner Weise wichtig erscheint, aber keine materielle Funktion erfüllt, landet dort. Ständig verändert sich diese Pinnwand: Ob ich nun selbst Dinge abhänge (und sorgfältig verstaue), aufhänge oder überhänge, oder ob ich Besuch kriege, der spontan irgendwas verändert: Es lebt. In der Adventszeit zum Beispiel war sie knallbunt, da ich jeden Tag ein Gedicht auf buntem Papier von meiner Mutter bekam. Ab Neujahr war sie dann recht leer, jetzt ist sie gerade wieder ziemlich gefüllt.
Ich weiß nicht, warum genau ich darüber blogge; mir kribbelte es einfach in den Fingern, als ich meine Wand heute wieder ein wenig veränderte. Ich bin wahnsinnig froh, sie zu haben und finde es jeden Morgen aufs Neue erfrischend, all die bunten Teile anzusehen.

K U N S T   A U F   I H R E   G A N Z   E I G E N E   A R T   U N D   W E I S E .

Montag, 7. März 2011

DER ZAUBER EINES BRIEFES

Ich liebe Briefe. Sie kommen stets aus der Vergangenheit und erzählen doch so viel über den Menschen, der sie geschrieben hat. Wenn ich einen Brief schreibe, nehme ich Papier zur Hand und tauche für fünf bis neunzig Minuten ein in das geschriebene Wort und schreibe alles nieder, was mir im Kopf herum schwirrt. Ob es nun schöne oder traurige, fröhliche oder verzweifelte Briefe sind: In jedem von ihnen steckt ein Stück von mir selbst.
Jemand, den ich sehr schätzte, erklärte mir einmal, dass E-Mails oder Facebook oder irgendwas anderes niemals Briefe werden ersetzen können. Und ich hoffe, er hatte Recht.
Es ist unbeschreiblich schön, ein Stück Papier in der Hand zu halten, das von Hand beschrieben wurde und in welchem Leben steckt. Der Verfasser hat sich persönlich an den Empfänger gewandt und nieder geschrieben, was ihm auf der Seele brennt. Vielleicht riecht der Brief sogar noch nach dem Absender oder irgendwo sind Fingerabdrücke, getrocknete Tränen oder auch ein kleiner Riss: All das macht einen Brief so einzigartig. Jeden Brief gibt es nur einmal auf dieser Welt. Er kommt von jemandem Bestimmten und geht an jemanden Bestimmten, im Gepäck Glückwünsche, Versprechungen, Gedanken,Wünsche, Ängste und Vermutungen.
"Wenn wir wüssten, wie dem Empfänger zumute ist, Elvira, wo würde noch ein Brief geschrieben? Das macht den Zauber eines Briefes: Er ist ein Wagnis..."  Max Frisch - Santa Cruz
Ohja, er ist ein Wagnis. Ein Wagnis, das ich jederzeit wieder eingehen werde und von dem ich inständig hoffe, dass es auch andere weiterhin eingehen werden.
Es gibt soviel, was ich gerne sagen würde: Manchmal, wenn der Augenblick aber gekommen ist, purzeln alle Wörter vollkommen falsch aus meinem Mund. Genau dann ist ein Brief die perfekte Lösung.
Briefe sind gepurzelte Wörter, die sich nach einer Weile einfach selbst anordnen. Beinahe wie Magie vermag es ein Brief, Menschen verständlich zu machen und er hilft ihnen dabei, sich zu äußern, wenn sie kein Wort über die Lippen bringen. Auf dem Papier schreiben sie dann nieder, was sie los werden möchten und hören so lange nicht auf, bis die Quintessenz begreiflich gemacht wurde.
Es kommt vor, dass ich Seiten über Seiten schreibe und dennoch gibt es keine Inflation: Aus jeder Zeile trieft die Sehnsucht, die sich erkennbar macht durch Unterstreichungen, Großbuchstaben und neu erfundene Wortkonstrukte. Während ich einen Brief schreibe, bin ich mit den Gedanken unentwegt beim Empfänger, offenbare mich selbst und bekunde zwischen den Zeilen immerzu mein vollstes Vertrauen.
Wie es wohl dem Empfänger dabei geht? Diese Frage brennt in mir und treibt mich dazu an, jeden angefangenen Brief auch zu vollenden.

" I C H   S C H R E I B  E   D I  R   E I  N E N   L A  N G E N   B R I  E F ,   
 W E I L   I C H   F Ü R   E I N E N   K U R Z E N   K E I N E    Z  E I T   H A B E . "

Mittwoch, 2. März 2011

VORSCHNELLE SCHLÜSSE

In den letzten Tagen bin ich häufig in Gespräche geraten, in denen ein anderer vorschnell geurteilt hat. Da wird jemand wegen einer einzelnen schrägen Aussage verurteilt, aufgrund einer vielleicht ungewohnten Reaktion auf irgendwas wird auf eine Krankheit geschlossen und überall wird fehlinterpretiert und viel zu schnell gewertet.
Wenn ich einen Text von Goethe lese, muss ich nicht sofort darüber nachdenken, ob er mir sprachlich gefällt und ob meine Meinung damit konform geht; ich beginne erstmal damit, ihn zu verstehen. Wenn ich nämlich schon am Verständnis scheitere, kann ich mir den Rest sparen.
Ein anderes Beispiel: Heute sprach ich mit einer Freundin über die Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart, an welcher ich teilnehmen möchte. Ein Unbeteiligter klinkte sich ungefragt ein: "Häh? Warum wollt ihr denn bei etwas GEGEN Atomkraft mitmachen? Ihr habt doch gar keine Gründe dafür." Achso. Wie gut, dass er so etwas schon weiß, dann kann er sich das diskutieren ja sparen. Ob er unsere Gedanken und unsere (scheinbar nicht vorhandenen) Beweggründe vielleicht gerochen hat? Verriet unser Körpergeruch uns? Oder womöglich unsere Augenfarbe?
Schwachsinn. Blöd war das einfach. Und leider ist das nicht nur bei politischen Themen so, wo einige Menschen oft eine fest gefahrene Meinung haben, sondern auch im stinknormalen Alltag.
Allzuoft wird von etwas winzig Kleinem, Unbedeutendem auf einen monströsen Apparat von seltsamen Marotten, familiären Hintergründen oder Dummheit geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es einfach mehr Milde gibt. Wenn die Dinge sachlich und ruhig betrachtet werden und man sich Zeit lässt, ein Urteil zu fällen und sich gründlich eine eigene Meinung bildet, funktioniert doch alles viel besser und man ist obendrein gerechter und muss sich nicht laufend über andere aufregen.
Außerdem gibt man dadurch auch sich selbst die Chance, Menschen kennen zu lernen, die die Welt anders sehen als man selbst.

E S   G I B T   A U C H   N O C H   E T W A S   Z W I S C H E N   G U T   U N D   B Ö S E .

Mittwoch, 16. Februar 2011

EINE WOCHE FRANKREICH

Gleich gehts los. In einer Stunde fährt der Zug Richtung Stuttgart, wo sechs Mitschüler, zwei Lehrer und ich umsteigen werden, um später in Zürich und in Genf auch nochmal umzusteigen. Und dann - irgendwann heute Abend sind wir in La Motte, einer Stadt im Südosten Frankreichs.
Eine Woche ist jetzt wirklich nicht viel, aber ich dachte, es wäre trotzdem erwähnenswert. Immerhin werde ich eine Woche keinen Alltag haben, meine Familie und meine Freunde nicht sehen, Verpflichtungen und Aufgaben nicht nachgehen können und ihr werdet mindestens sieben Tage auch nichts mehr von mir lesen.
Nach unserem Aufenthalt dort in einem Internat begleiten uns unsere Austauschschüler direkt nach Deutschland, dann bleiben sie ebenfalls eine Woche bei uns. Das bedeutet konkret (ich verbessere meine Aussage von vorhin): Zwei Wochen kein Alltag.
Tjaja, so ist das. Mir bleibt nicht mehr viel zu sagen, denn sieben Tage sind ziemlich wenig und überschwänglich von der verlassenen Heimat und das Vermissen von Menschen zu schreiben, wäre vielleicht fehl am Platz. Eine Woche vergeht wie im Fluge.

A D I E U ,   M E S   A M I S !  O N   V A   S E   R E V O I R   B I E N T Ô T.   :)

Dienstag, 15. Februar 2011

LASS UNS GEMEINSAM TRÄUMEN!

Wie oft erinnern wir uns eigentlich an unsere Träume? Ich kann ja nur für mich sprechen; bei mir ist es so, dass morgens kurz nach oder knapp vor dem richtigen Aufwachen der Traum noch ganz klar mit meinem Verstand zu fassen ist: Ich weiß, was ich geträumt habe und manchmal träume ich weiter, obwohl ich schon halbwach bin und weiß, dass ich nicht mehr schlafe. Wenn ich dann aufstehe, verfliegt der Traum leider allzuoft und nichts bleibt mehr übrig, außer der Anflug des Gefühls, das mich während des ganzen Traumes begleitet hat.
Was für eine Macht haben Träume eigentlich? In der Theater-AG proben wir gerade ein Stück, das sich teilweise mit diesem Thema beschäftigt. Eine verheiratete Frau träumt beinahe jede Nacht von der verflossenen Liebe zu einem Herumtreiber, von der Vergangenheit und von Möglichkeiten, die sie nie ergriffen hat. Ihr Mann dagegen lebt diese Sehnsucht ganz offen aus und klatscht das seiner Frau auch regelmäßig ins Gesicht:  Er ist unglücklich mit seinem Leben auf dem Schloss, verheiratet und ohne jegliche Abwechslung; wünscht sich ein Schiff und das Entdecken der großen, weiten Welt.
Nun stellt sich eine Frage: Ist es nicht ein bisschen rücksichtslos von dem Kerl, ständig davon zu reden, dass er gerne wo anders wäre? Dass er sein Leben nicht mag und es hasst, verheiratet zu sein?
Wenn man so denkt, kann man im Gegenzug aber auch fragen: Ist es besser, seine Sehnsüchte zu verstecken, wie Elvira, die Frau im Stück? Soll man wirklich seine innersten Wünsche in sich hinein fressen bis sie übergehen in den Traum?
Es ist eine komplizierte Angelegenheit. Ist man so gnadenlos ehrlich wie der Mann im Stück, tut man anderen weh; ist man diskreter und zurückhaltender, verhält man sich nicht aufrichtig und träumt nur im Heimlichen von einem anderen Leben. Während sie dann so von der schillernden Vergangenheit träumt, kriegt ihr Mann davon gar nichts mit. Er hält sie für zufrieden und muss sich womöglich auch noch Vorwürfe dafür anhören, dass er eben dieselbe Sehnsucht einfach ausspricht und sie nicht nur in Träumen entfesselt.
Träume haben nämlich einen entscheidenden Nachteil: Man erlebt sie trotz allem immer alleine und kann in ihnen zwar die wunderbarsten Dinge erleben, diese Erfahrung und die Erinnerung daran aber mit niemandem teilen. Ist es das nicht, was eine Begebenheit erst richtig schön macht? Das gemeinsame Erleben.
Vielleicht wäre es das beste, Elvira und ihr Mann gingen ihrer Sehnsucht einfach gemeinsam nach und segelten zusammen in die weite Welt hinaus.

V I E L L E I C H T   S O L L T E N   T R Ä U M E   Ö F T E R S   G E T E I L T   W E R D E N .

STOPP! ATMEN NICHT VERGESSEN!

Heute bin ich durch den Tag gerauscht wie ein kleiner Wirbelwind. Ob das jetzt gut ist oder nicht, weiß ich nicht so genau. Einerseits habe ich verdammt viel erledigt, andererseits fühle ich mich jetzt auch ganz schön erledigt.
Mir hat heute die Ruhe gefehlt, ich konnte die einzelnen Momente gar nicht richtig in mir aufnehmen und sie nicht genießen, wie ich es gerne getan hätte. Zu viel schwirrte in meinem Kopf herum, zu viel musste getan werden, über zu viel musste ich nachdenken und zu viel wollten einfach alle anderen von mir. Ich konnte mich nicht den Dingen widmen, die ich gerne intensiver erlebt hätte und konnte mich nicht konzentrieren.
Ja, das war es. Das erklärt auch, warum meine Schusseligkeit heute besonders ausgeprägt war: Ich war einfach abgelenkt. Permanent mit den Gedanken schon beim nächsten Schritt, mit meinem Tun aber noch bei der gegenwärtigen Handlung. Nebenher musste ich noch mit der reden, der anderen was erzählen, irgendwas aufschreiben, da schnell hingehen, dem Lehrer noch etwas sagen, das nicht vergessen, jenes unbedingt noch erledigen - "Jule, du musst gleich zum Kieferorthopäden! Jule, Klarinette nicht vergessen! Wouh, ich bin aber spät dran. Und heute Abend noch Koffer packen, gell?"
Ohman. Morgen geht es für eine Woche nach Frankreich. Finde ich das gut? Hm, ich weiß nicht. Ja und nein. Ja, weil es eine Abwechslung darstellen wird und nein, weil... ich einfach gerne hier bin. Mir geht es zur Zeit ziemlich gut.
Ausgenommen heute. Okay, es war ein schöner Tag und es ging mir schon gut, nur eben auf seltsame Weise. Heute war der ultimative Chaostag; dumme Ausrufe, Unfälle und Pannen meinerseits nicht ausgeschlossen.
Wie schön wäre es gewesen, einfach mal kurz die Zeit anzuhalten und zu schreien - ganz laut.
Dann wäre vielleicht wieder alles gut gewesen und ich hätte mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren können, ohne ständig in Tagträume, Schwärmereien und Notizen an mich selbst abzuschweifen.

E I N   B I S S C H E N   H A L T   H Ä T T E   M I R  G U T   G E T A N .

Samstag, 12. Februar 2011

EIN BLICK ÜBER DEN TELLERRAND

Manchmal lohnt es sich, ein wenig weiter als über den eigenen Horizont zu schauen. Da draußen gibt es so viel zu entdecken, wovon ich bisher gar nicht wusste, dass es existiert!
Eigentlich brauchte ich eine neue Jacke, Schuhe, ein Geschenk für meine französische Austauschschülerin und noch ein paar solcher Dinge, doch kam ich am Ende mit einem Citadel Hobby Starter Set und fünf Miniaturfiguren für ein Tabletop-Spiel nach Hause. Ich kenne weder die Regeln von Warhammer 40000 noch bin ich mir sicher, ob ich jemals zum richtigen Spieler werde, doch hat mich das ganze fasziniert.
Mehr oder weniger durch einen Zufall landete ich in einem Geschäft, wo Comics, Sammelkartenspiele, Glaskugeln, Poster und Tabletopfiguren verkauft wurden. Irgendein Turnier schien im Hinterzimmer statt zu finden, ich schaute mich gemeinsam mit einem Freund um.
Vor kurzem habe ich das erste Mal von diesem Spiel gehört, doch wusste ich nicht, dass man die Figürchen selbst anmalen muss. Ich war dermaßen fasziniert davon, dass ich mir kurzerhand ein Anfänger-Mal-Set schnappte und nach einigem hin und her einen Verkäufer um Beratung bat.
 Alle Abwechslung und Horizonterweiterung bringt nämlich nichts, wenn man keine Hilfe hat. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen - das stimmt. Wenn man etwas nicht kann, nicht weiß oder nicht kennt, braucht man Hilfe. Nichts passt dann besser als jemand, der sich auskennt. Egal ob es sich ums Kochen, ums Reiten oder eben ums Tabletopspielen geht: Fast nichts kann man einfach so und allermeistens kann man es sich auch kaum oder nur schleppend selbst beibringen.
Ich hatte heute eben diesen Verkäufer, der mein Unwissen und mein dämliches Gegrinse zwar wohl etwas ungewöhnlich für seinen Laden fand, aber mir dennoch weiter geholfen hat. Das ist doch mal ein guter Vorsatz: Für andere Leute so sein wie der Verkäufer dort für seine Kunden.
Hinterher kam ich mir zwar fast genau so unwissend vor wie vorher, doch habe ich fünf Figuren geschenkt bekommen, weil ich mich nicht für ein bestimmtes Volk entscheiden konnte.
Morgen habe ich jedenfalls schon etwas zu tun: Ich werde kleine süße Zwerge bemalen und somit etwas tun, was ich noch nie getan habe.

E R F R I SC H E N D ,   S O   E I N   B L I C K   Ü B E R   D E N   T E L L E R R A N D .

DAS LEBEN IST SCHÖN.

Ich kann gerade gar nicht beschreiben, wie gut ich mich fühle. Letztes Jahr ungefähr um diese Zeit herum fing es an, dass es mir immer schlechter ging. Ich kann das bis heute nicht genau erklären, das muss ich ja auch nicht. Eines weiß ich aber mit Sicherheit: Es geht mir jetzt um ungefähr dreihundert Prozent besser. Ich schaue aus dem Fenster, gehe nach draußen, ich lebe. Ich fühle mich frei und zufrieden.
Über Glück schreibe ich viel, lese viel darüber und ständig wird es in Liedern oder Gedichtern thematisiert, doch letztendlich kommt es doch nur darauf an, es zu fühlen.
Bücher übers Glück sind schön und gut, doch ersetzen können sie diese Leichtigkeit um das Herz herum sicherlich nicht. Nichts kommt diesem Kribbeln nahe, das seit einigen Tagen nicht mehr aus meinem Bauch weichen mag. Jeder Atemzug fühlt sich gut an und so übertrieben und pathetisch das klingen mag: Es geht mir einfach nur gut.
Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass es natürlich bald auch wieder schlechte Tage geben wird und dass so viel Trauer, Pech, Versagen, Ungerechtigkeiten, Gemeinheiten, Zerstörung, Verletzung, Einsamkeit und Unglück auf mich zukommt, doch muss mich das jetzt noch nicht belasten. Schlechte Dinge kommen früh genug, das kann man nicht kontrollieren.
So lange das aber nicht der Fall ist, genieße ich jeden Moment. Das Glück ist kostbar und zerbrechlich: Wer mich kennt, weiß, dass ich manchmal viel zu schnell hinfalle oder Dinge kaputt mache. Solange sie aber ganz sind, packe ich sie mit Herzenslust an und tue, was ich möchte und was mit meinem Gewissen zu vereinbaren ist. Die Menschen um einen herum sind nämlich der einzige Schlüssel zum Glück.

E I N   H O CH   A U F   D A S   L E B E N !

Dienstag, 8. Februar 2011

DAS GLÜCK AUF DER GOLDWAAGE

Oft neige ich dazu, schlechte Momente und Ereignisse viel stärker wahrzunehmen, als positive: Ich lasse den Tag Revue passieren, da beiße ich mich irgendwann an einem winzigen Augenblick fest, in welchem ich mich nicht gut fühlte. Ich grübele ewig über dieses Geschehnis nach und wünsche mir, ich selbst oder auch andere Leute hätten sich da anders verhalten. Heute aber kommt mir dieses Verhalten ein wenig blöd vor. Meistens gibt es doch an einem Tag auch so viel Gutes, über das ich genau so lange grübeln könnte und mich dementsprechend glücklicher machen würde.
Es gibt Menschen, die einem täglich begegnen und beinahe schon selbstverständlich da sind, das ist schön. Außerdem sind (wenn auch leider kurze) Gespräche oft wahnsinnig angenehm und wie ich schon öfters habe anklingen lassen, ist da auch das von mir so geliebte Lächeln, welches überraschend viele Leute anderen immer wieder zuwerfen. Wild gewuchterte Blumen am Straßenrand finde ich herrlich und auch Steinchen, die ins Wasser fallen und dort Kreise ziehen. Dass nicht jeder dieses Faible für Details teilt, ist vollkommen okay. Dennoch glaube ich (oder ich hoffe es zumindest), dass es an jedem Tag irgendetwas gibt, über das man sich freuen kann.
Heute war das Wetter nicht mehr ganz so schön, aber für mich persönlich lag eine gewisse... Ruhe in der Luft, die den heutigen Tag gut gemacht hat. Klar gab es auch unangenehme Situationen und auch ein ernüchterndes Ergebnis, doch störte mich all das nicht weiter. Zwei Personen hätte ich heute gerne eigenhändig den Mund zugeklebt und mit einigen Leuten hätte ich gerne mehr Zeit verbracht, doch war auch das alles in allem okay. Ich habe mir einen blauen Fleck eingefangen und war mal wieder... ein wenig offen, laut, direkt, unordentlich und hektisch, aber das alles regte mich gar nicht auf.
Es ist, als sei ein besänftigender Schleier über Allem, dessen Ursrprung mir (noch) nicht klar ist. Die schönen Dinge scheinen intensiver, die schlechten unwichtiger.
Ich erlebte die Welt heute wie in einer riesengroßen Seifenblase, die einen regenbogenfarbenen Hauch über einfach alles zieht.

B E I N A H E   G E S P E N S T I S C H ,   O D E R ?

Montag, 7. Februar 2011

CHRONISCHER SPRECHDURCHFALL

Heute in der großen Pause stand ich da und habe einfach nur gelacht. Als ich versuchte, später einer Freundin den Grund zu erklären, kamen nur Satzfetzen und Wortbrocken wie: "Ja also, weil, der, da, ich, Pause, lachen, bäääh!" Ich gestikuliere dann immer wild mit meinen Händen und versuche, mich auszudrücken; doch leider gelingt das nicht immer.
Immer wieder tritt bei mir dieses Phänomen auf, dass ich einfach nur Blödsinn quatsche. Ich denke, jeder hat mal seine fünf Minuten, doch war ich heute von solch einer Euphorie heimgesucht, gegen die ich durchweg gar nichts tun konnte. Zeitweise war ich einfach nur gut gelaunt - sonst nichts.
Seltsam irgendwie. Ich irre in der Gegend herum wie ein kopfloses Hühnchen, strahle alles und jeden an und rede Müll. Konzentrieren konnte ich mich heute auch nicht. Ich bin hibbelig, habe einen wahnsinnigen Drang, etwas zu tun und stecke voller Energie.
Komischerweise bin ich heute trotzdem recht früh nach Hause gegangen. Vielleicht liegt es am schönen Wetter, das mich aus der Schule getrieben hat oder an dem Mangel an Stress und Problemen. Möglicherweise sind meine Freunde für meinen Hochzustand der Stimmung verantwortlich oder irgendwer anderes, ich kann es gar nicht genau bestimmen.
Aber es fühlt sich gut an. Und jetzt werd eich nach draußen gehen, mich auf die Wiese legen und schauen, ob ich mich auf ein gutes Buch konzentrieren kann.

I C H   W Ü N S C H   E U C H   W A S !  :)

VON ARROGANZ UND PERFEKTION

Heute war einer der Schultage, an denen ich mich frage, was ich eigentlich falsch mache.
Ich habe der Arroganz ins Auge geschaut und muss sagen, dass ich es mehr als nur begrüßen würde, wenn sie sich von den Menschen fernhielte. Es ist nicht auszuhalten, wie sie Leute erst langsam einnimmt, dann manipuliert und schließlich zu ungnädigen Gestalten macht, die nur das Allerbeste von sich halten und es auch von anderen fordern.
Ich habe erfahren, dass jemand, den ich eigentlich recht sympathisch finde, schlecht über mich redet, weil ich sie anscheinend mal nicht gegrüß habe, als wir uns auf dem Gang begegnet sind. Ich finde das nicht nur total übertrieben, sondern schon fast ein bisschen lächerlich. Ich bin wirklich bemüht, freundlich zu jedermann zu sein und Bekannte auch stets zu grüßen, doch leider versage ich manchmal. Es gibt einfach Momente, in denen ich nicht alle Erwartungen erfüllen kann, die an mich gestellt werden.
Und so frage ich: Wer ist das denn, der absolute Perfektion von seinen Mitmenschen fordern kann? Man kann doch nur verlangen, was man selbst auch bietet. Kann jemand denn wirklich so überzeugt von seinen eigenen Qualitäten sein, dass er ständig und immerzu Höchstleistungen von anderen erwarten darf?
Ich finde, wir sollten allesamt ein bisschen nachsichtiger sein und uns klar machen, dass jeder einmal schlechte Tage hat und es schlichtweg unmöglich ist, durchgehend ein makelloser Mensch der Perfektion zu sein.

P E R F E K T I O N   I S T   D O C H   A U C H   I R G E N D W I E   A B S T O S S E N D .

Samstag, 5. Februar 2011

IF WE COULD SETTLE HEAVEN?

Was wäre, wenn wir uns vornehmen würden, von nun an glücklich zu sein? Wir freuen uns unbändig auf den nächsten Tag und sind uns ganz sicher, dass etwas Schönes geschehen wird - Steigen dadurch nicht die Chancen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht? Wenn ich mir beispielsweise einrede, dass mir mein Kuchen auf jeden Fall aus der Hand fallen wird, dann steuert doch mein Unterbewusstsein tatsächlich mit und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der gute Kuchen wirklich auf dem Boden landet.
Wieso dieses Phänomen nicht auch positiv anwenden? Heute sprach ich in höchsten Tönen über den Frühling; ich habe im Prinzip schon festgelegt, dass ich froh sein werde, wenn die Kälte endlich weicht. Ist das nicht die Lösung aller Probleme? "Morgen wird ein schöner Tag, denn ich werde vielen wunderbaren Menschen begegnen." Sobald ich dann das Gesicht eines guten Freundes oder das Lächeln eines Fremdens wahrnehme, werde ich mich an meine Vorfreude erinnern und eine Welle von Glücksgefühlen durchströmt meinen Körper.
Hach, wäre das schön! Leider ist es nicht ganz so einfach. Es ist wirklich schwer, sich auf etwas zu freuen oder etwas zu genießen, wenn es einem schlecht geht. Auch sind viele Menschen vielleicht zu egoistisch oder anspruchsvoll, um eine Welt des Positiven zu kreieren; außerdem gibt es so viele unvorhersehbare Komponenten im Leben, die einem einen fetten Strich durch die süße Existenz des puren Glücks machen, ohne dass wir es beeinflussen können.
Eines steht fest: Könnten wir alle zusammen so leben, lebten wir im Himmel auf Erden.



K E N N T   J E M A N D   D E N   W E G   D O R T   H I N ?

Donnerstag, 3. Februar 2011

WAS IST SCHÖNHEIT?

Verschiedene Gespräche und Artikel haben mich die letzten Tage beschäftigt und mich auf das Thema der Schönheit gebracht. Sie gehört zu den subjektivsten und subtilsten Dinge dieser Erde, weswegen sie auch einen riesengroßen Spielraum für Diskussionen bietet. Tausend verschiedene Ansichten existieren und mindestens genauso viele Bücher darüber wurden schon geschrieben und doch lässt es den menschlichen Geist nicht los.
Schönheit ist in gewisser Maßen eine stille Macht, die Anmut hervorbringt, Liebe schürt, Menschen beseelt aber auch Neid entfesselt und Wahnsinn sät. Ein schöner Mensch kann die personifizierte Sanftheit sein oder schreckliche Geschichten von Trauer und Schmerz erzählen. Es gibt so viele Facetten des Schönen, dass es schwierig ist, es auch nur annähernd zu fassen.
Eine hübsche Kette oder eine durchtrainierte Figur machen niemanden schön. Meiner Meinung nach kann ein unausstehlicher Mensch noch so perfekte Gesichtszüge, Haut und Haare haben; für mich ist er immer noch nicht schön.
Schönheit kommt wahrhaftig von innen. Ein Blick, der von vergangener Liebe und Schmerz zeugt; ein Lächeln, das ein unschuldiges Kindergesicht schmückt; Energie, die nur so aus einem begeisterten Menschen zu sprudeln scheint; die tröstende Hand eines Freundes - All solche Dinge machen einen Menschen schön.
Schön ist nicht, was in die Idealvorstellungen irgendwelcher Modezeitschriften, die Ansprüche an ein sinnliches Frauengesicht oder in die Größentabelle von teurer Kleidung passt - Schön ist, was vom Leben erzählt.

E I N   H E R Z   A U S   G O L D     L Ä S S T   E I N E N   M E N S C H E N   L E U C H T E N .

Dienstag, 1. Februar 2011

HÖREN WIR MIT DEM HERZEN!

Wenn ihr wirklich etwas zu sagen habt, sagt es. So viele Menschen da draußen reden so viel und sagen schlichtweg nichts. Gerade in letzter Zeit häufen sich die Sätze ohne Aussage in meiner Umgebung und ich frage mich, warum die größten Dummköpfe eigentlich immer am meisten plappern. Darum geht jetzt die Bitte heraus an alle, die sich auch mal gerne durchsetzen würden oder das letzte Wort niemals an sich reißen: Steht auf und sagt, was ihr denkt!
Fühlt ihr euch unterdrückt, lasst das die anderen spüren und macht den Mund auf! Versucht, Verbündete zu finden und geht gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten vor. Man wir euch zuhören, wenn ihr es mit Nachdruck vermittelt. Ich hoffe es so sehr, bitte enttäuscht diese Hoffnung nicht. Enttäuscht euch selbst nicht. Natürlich wird es immer Leute geben, die blockieren, zerstören und verletzen, aber gebt nicht auf! In uns allen steckt ein Rebell, der nur darauf wartet, für Gerechtigkeit und gegen leere Worthülsen, Lügen und Oberflächlichkeit vorzugehen.
Eines Tages werden selbst die Stummen Gehör finden. Ich möchte ihnen zuhören, jederzeit.

KEINE HEIMATSLIEDER

Die meisten von uns kennen wohl das Gefühl, weg zu müssen. Raus aus dem Alltag, für einige Tage einfach auf und davon. Die Werbung spielt mit dieser Sehnsucht und an allen Ecken und Enden wird uns der perfekte Ausgleich angeboten. Leuchtreklame und bunte Plakate versprechen "Entspannung pur", "Perfektes Work-Out" oder "Traumurlaub gegen Fernweh" und wecken in uns den windigen Herumtreiber, der die Welt sehen will und aus dem müden Alltagstrott ausreißt.
Für die letzten vier Tage war ich tatsächlich weg von zu Hause, weg vom Schulalltag und weg von den geliebten Gesichtern, die mich sonst immer umgeben. Von Freitag bis Montag gab es zwar viel zu tun und es war sicherlich auch stressig, und doch hat es mich glücklich gemacht. Am liebsten wäre ich noch ein paar Wochen dort geblieben, wo wir Musik machten und nicht mal Zeit blieb, um nach Hause zu telefonieren.
Leider geht das nicht. Nach jeder Flucht aus dem Alltag folgt auch wieder die Rückkehr. Egal wie intensiv die Auszeit war und wie gerne man genau diese Auszeit verlängern würde, irgendwann kommt man entweder zurück zum bisherigen Leben oder die Auszeit wird zur Gewohnheit, womit es keine Abwechslung mehr wäre.
Es hilft alles nichts: Der Weg zurück ist unausweichlich, da kann man nichts tun. Ich für meinen Teil mache nach einem Trip raus aus dem Gewöhnlichen meist irgendwas spontanes: Setze mich in einen Zug, laufe durch Städte, renne durch den Wald oder besuche vielleicht die Tiere im Zoo. Da der Wechsel von Urlaub zu Alltag oft allzu plötzlich geschieht, brauche ich immer ein wenig Zeit für mich selbst, um mich wieder auf das Altbekannte einzustellen.


U N D   D A N N   H E I S S T   E S :   W I L L K O M M E N   Z U R Ü C K !