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Donnerstag, 2. Juni 2011

GUTEN MORGEN, MUFFEL!

Morgens bin ich meistens erst richtig im Stress und danach im Bus zur Schule in einer gewissen Phase des... naja, des Aufwachens. Als Morgenmuffel würde ich mich nicht bezeichnen, aber es gibt durchaus Tage, an denen ich erstmal nur Musik höre und wenig spreche, bis ich dann voll da bin und plappere, was das Zeug hält.
Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Mit dem Kopf noch irgendwo zwischen Traum und Frühstück und mit dem Herz noch lange nicht aus dem Bett draußen, steht ihr vor der Schule oder der Arbeit oder wo auch immer herum und wartet einfach nur darauf, eure tägliche Pflicht erledigen zu müssen. Plötzlich werdet ihr aber aus der paralysierten Trance gerissen von einem künstlichen Lachen und ihr werdet überrollt von solch einer Perfektion, solch einer Fröhlichkeit und so viel... Künstlichkeit, dass ihr diesen Menschen auch ein ganz kleines Stückchen Morgenmuffeligkeit wünscht. Oder euch selbst einfach einen starken Kaffee und ein bisschen Motivation.
Doch es ist wohl so wie immer: Es gibt Tage, da ist man muffelig und Tage, an denen man direkt nach dem Augenöffnen die ganze Welt umarmen will. Doch auch wenn ich gut gelaunt bin, stören mich affektierte und aufgetakelte Mädchen. Ich kann mir nicht helfen.

G E F Ä L S C H T E   L Ä C H E L N   K O M M E N   M I R   M A N C H M A L   E I N   B I S S C H E N   H Ö H N I  S C H   V O R .

Donnerstag, 24. März 2011

ICH BIN IMMER JULE.

Wenn ich von dem "Jetzt" spreche, ist das eigentlich schon eine Lüge, denn es ist sofort vorbei. Ich war noch nie älter als jetzt. Und jetzt. Und jetzt. Versteht ihr, was ich meine? Es lässt sich nicht aufhalten. Wir werden älter, alles verändert sich und vergeht eines Tages. Wir Menschen haben dieser mysteriösen Kraft, diesem unermüdlichen Weiterlaufen der Veränderung einen Namen gegeben. Es ist die Zeit.
Sie vergeht, da können wir gar nichts dagegen tun. Als Kind scheint sie wahnsinnig langsam zu gehen, viele wünschen sich, auch bald groß zu sein und Dinge zu tun, die Kinder eben nicht tun können. Und dann ist man eines Tages "groß" und alles, was von der Kindheit übrig ist, sind vereinzelte Erinnerungsstücke und naürlich man selbst. Denn ob es um das vierjährige Julchen geht, das ihre Mama voll Ernsthaftigkeit fragt, ob das Christkind eigentlich nachtaktiv sei, oder um die erwachsene Frau, die ich irgendwann mal sein werde: Ich bin immer ich.
Zeit vergeht, Dinge wandeln, Entscheidungen werden getroffen - das Leben verändert sich. Ich aber bin immer Jule. Ich wünsche mir sehr, dass ich als Siebzigjährige immer noch sagen werde: "In mir steckt das Kind von einst. Ich bin das Kind von einst, ich bin Julchen." Jeder ist einmal Kind gewesen. Ob er sich noch aktiv daran erinnert, ist eine andere Frage. Es wäre wohl schön, wenn es mehr Leute täten.
Aber wisst ihr was? Ich denke, jeder von uns hat diese Fähigkeit. Ich denke, die Kinder im Inneren der allermeisten Leute leben immer noch und ab und an blitzen sie durch die müden und alt gewordenen Augen. Wie durch ein Wunder scheint das ganze Gesicht zu leuchten, all der Frust löst sich in ein offenherziges Lächeln auf und jeder kann es sehen: Das Kind von einst, das wir immer noch sind.

D I E   V E R G A N G E N H E I T   -   S I E   W I R D   U N S   B E G L E I T E N   B I S   I N   D I E   E W I G K E I T .