Posts mit dem Label welt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label welt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 6. April 2011

ICH LIEBE DIESE WELT

Als ich heute auf der Wiese im Garten lag und einfach nur lag, kam mir plötzlich ein Gedanke. Ich weiß nicht, ob es vielleicht töricht ist, ihn zu denken und ob ich so denken will, aber ich konnte einfach nicht anders. Das Gras zwischen den Fingern, der Frühlingsduft in der Nase und das Sonnenlicht auf der Haut haben mich einfach dazu gebracht, ihn zu denken.
Ich liebe diese Welt. Das habe ich gedacht. Obwohl ich weiß, dass es so viel Ungerechtigkeit, Katastrophen und Traurigkeit auf dieser Welt gibt, liebe ich sie. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es so ist.
Ich mag die Sonne und ich mag den Regen, ich liebe es zu reden und auch zu schweigen, ich mag den Geruch von Blumen ebenso sehr wie den Geruch des Meeres oder von Menschen. Ich mag es, wenn es draußen gewittert und die Welt unterzugehen scheint, ich könnte stundenlang ins Feuer schauen und es ist so herrlich, sich im Wasser treiben zu lassen. Ich mag es, meine Finger tief in einen Sack voll Bohnen, Reis oder Sand gleiten zu lassen und ich mag das Gefühl von Sonne auf meiner Haut. Ich liebe Steine.
Ich mag es sogar, traurig zu sein. Ich liebe die Leere in mir, die sich manchmal ausbreitet und ich finde es wundervoll, diese Leere zu füllen. Ich liebe liebe liebe lächelnde Augen und Narben faszinieren mich. Ich mag Schönheits-, Leber-, und sonstige Flecken und ich genieße es, ohne Schuhe zu sein.
Ich liebe Wasser, Erde, Luft, Metall, Holz, Feuer, Lärm, Musik, Stille, Flüstern, Reden, Schreien. Ich mag weinen. Lachen ist wunderbar.
Ich liebe Briefe. Und Gedichte. Und Bücher. Und Filme. Und Musik. Und Kunst. Und Sprache. Und Kommunikation.
Ich mag die Gesamtheit der Dinge. Das Zusammenspiel von Trauer und Glück, die Einflüsse des Menschen und der Natur. Ich liebe es, zu lieben.

L E B E N,   L I E B E N ,   L E I D E N   -   W A S   G I B T   E S   S C H Ö N E R E S ?

Montag, 21. März 2011

WEINEN, SCHREIEN, LEIDEN

"Schreiben: Ein Schrei gegen das Verderben! - das ist es genau. Nicht ein Protest - ein Schrei." - Katherine Mansfield

Wenn ich schreibe, bitte ich nicht um eine sofortige Veränderung und verlange auch nicht sofortiges Handeln meiner Leser, sondern teile mich erstmal nur mit. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf und schreie sie hinaus in die Welt, ohne meinen Mund auch nur aufzumachen. Ich kann vollkommen verstehen, wenn Leute Schreiben als anstrengend oder lästig empfinden, doch ich liebe es. Es hilft mir. So insgesamt. Es hilft mir, meine Gedanken zu ordnen und das zu sagen, wozu ich im Alltag nicht komme.

"Was ist ein Dichter? Ein unglücklicher Mensch, dessen Lippen so geformt sind, dass sein Seufzen und Schreien sich in schöne Musik verwandelt, während sich in seiner Seele geheime Qualen verbergen."  Søren Kierkegaard  

Dem ist nichts hinzuzufügen.

"Ich weine wohl oft bittre, bittre Tränen, aber eben diese Tränen sind es, die mich erhalten." - Susette Gontard

Ich will auch mal traurig sein dürfen. Den ganzen Tag nur grinsend durch die Gegend zu laufen ist zwar wirklich angenehm und macht Spaß, doch manchmal geht das einfach nicht. Mal die Seele baumeln lassen, abschalten. Auf die Stimme in meinem Herzen hören kann nämlich auch mal bedeuten, dass ich einfach nicht mehr lauthals lachen möchte. Wenn sie schlechte Gefühle anstauen, müssen diese raus. Und was ist da besser geeignet, als Tränen? Es gibt wohl nicht viel. All der Schmerz, der Kummer und die Sorgen bündeln sich in den Tränen und verlassen die Augen, um über das Gesicht zu rollen und am Kinn schließlich den Absprung in die Welt zu wagen, um mich endgültig zu verlassen. Oder habt ihr vergossene Tränen etwa schon mal wieder eingesammelt und wieder zurück genommen?
Was da ansonsten gut geeignet wäre? Worte.

"Ich weine - meine Träume fallen in die Welt." - Else Lasker-Schüler

"Ich beeile mich, über alles zu lachen, aus Furcht, einen Augenblick später darüber weinen zu müssen." - Pierre Augustin de Beaumarchais 

Some people feel the rain. Others just get wet. - Bob Dylan

Donnerstag, 10. März 2011

"WÄHREND IHR HETZT, BIN ICH."

Irgendwo auf dieser Welt gibt es einen Mann, der absolut zufrieden ist. Momentan sitzt er inmitten von beschäftigten Leuten, die den ganzen Tag mit ihrem Telefon an den Ohren und einem vollen Terminkalender durch die Stadt rasen, um rechtzeitig zu ihrem Meeting oder zur nächsten S-Bahn zu kommen. Er lächelt.
In einem kleinen Café lässt er sich eine heiße Schokolade schmecken, während die Welt um ihn herum im Chaos versinkt. Die S-Bahn hat Verspätung, das Handy hat den Geist aufgegeben und dieser verfluchte Terminkalender wurde im Büro vergessen; außerdem hat der Chef das Meeting um zwanzig Minuten verschoben, was die komplette Tagesplanung durcheinander wirft.
So kommt es, dass drei gestresste und geladene Geschäftsmänner ebenfalls das Café betreten, um die Zeit zur nächsten S-Bahn, dem verschobenen Meeting oder bis zur Ankunft des Taxis zurück ins Büro zu überbrücken. Am Tisch unseres lächelnden Protagonisten sind noch drei Plätze frei, weswegen die drei Herrschaften mit hochroten Köpfen nicht lange zögern. Vollkommen irritiert von der Ruhe, die den Schokoladentrinker umgibt, können sie sich weder auf ihre Bestellung noch auf die Zeit konzentrieren.
"Sag, wie kommt es, dass du so ausgeglichen bist?", fragen sie staunend und kommen nicht aus dem Kopfschütteln heraus. "Musst du nicht arbeiten? Wie kannst du einfach hier sitzen und lächeln? So ganz alleine... Hast du denn nichts zu tun?" Erst bringt er nur ein erheitertes Lachen zustande, dann antwortet er unbeirrt: "Auch ich habe meine Bahn verpasst. Bis die nächste kommt, dauert es noch eine halbe Stunde. Und die verbringe ich lieber gemütlich im Sitzen, als so gehetzt wie ihr."
Das verstehen die anderen nicht. Erzürnt entgegnen sie, dass sie doch auch hier sitzen und auf die Bahn warten, um dann zu ihren Terminen zu kommen.
"Eben.", antwortet er gelassen, "Das ist das Problem. Ihr sitzt, seid aber eigentlich schon in der Bahn. Wenn ihr in der Bahn seid, seid ihr schon bei eurem Termin und wenn ihr dann euren Termin habt, denkt ihr schon lange darüber nach, was als nächstes getan werden muss. Wenn ich dagegen sitze, sitze ich. Und wenn ich Kakao trinke, trinke ich ihn. Während ich warte, warte ich. So einfach ist das."
Darauf erwidern sie nichts. Stille. Mit offenem Mund denken die drei Gestressten über das Gesagte nach und als sie kurz davor sind, zu verstehen, klingelt irgendwo im Café ein Handy und erinnert sie daran, dass sie dringend noch in einen Fachhandel müssen, um sich vor dem Meeting noch ein neues Handy zu besorgen. Also packen sie ihre Mäntel und rennen aus dem Café heraus ohne sich zu verabschieden, schließlich kommt die nächste S-Bahn schon bald. Wo ist denn nun das nächste Elektronikgeschäft? Immer noch mit hochrotem Kopf verschwinden die drei Gestalten im Tumult der Großstadt, wohlwissend, dass sie ihre nächste S-Bahn auch verpassen werden.

U N T E R D E S S E N   G E H T   D E R   M A N N   G E M Ü T L I C H   Z U R   B A H N   U N D   S T E I G T   E I N.

Mittwoch, 2. März 2011

VORSCHNELLE SCHLÜSSE

In den letzten Tagen bin ich häufig in Gespräche geraten, in denen ein anderer vorschnell geurteilt hat. Da wird jemand wegen einer einzelnen schrägen Aussage verurteilt, aufgrund einer vielleicht ungewohnten Reaktion auf irgendwas wird auf eine Krankheit geschlossen und überall wird fehlinterpretiert und viel zu schnell gewertet.
Wenn ich einen Text von Goethe lese, muss ich nicht sofort darüber nachdenken, ob er mir sprachlich gefällt und ob meine Meinung damit konform geht; ich beginne erstmal damit, ihn zu verstehen. Wenn ich nämlich schon am Verständnis scheitere, kann ich mir den Rest sparen.
Ein anderes Beispiel: Heute sprach ich mit einer Freundin über die Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart, an welcher ich teilnehmen möchte. Ein Unbeteiligter klinkte sich ungefragt ein: "Häh? Warum wollt ihr denn bei etwas GEGEN Atomkraft mitmachen? Ihr habt doch gar keine Gründe dafür." Achso. Wie gut, dass er so etwas schon weiß, dann kann er sich das diskutieren ja sparen. Ob er unsere Gedanken und unsere (scheinbar nicht vorhandenen) Beweggründe vielleicht gerochen hat? Verriet unser Körpergeruch uns? Oder womöglich unsere Augenfarbe?
Schwachsinn. Blöd war das einfach. Und leider ist das nicht nur bei politischen Themen so, wo einige Menschen oft eine fest gefahrene Meinung haben, sondern auch im stinknormalen Alltag.
Allzuoft wird von etwas winzig Kleinem, Unbedeutendem auf einen monströsen Apparat von seltsamen Marotten, familiären Hintergründen oder Dummheit geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es einfach mehr Milde gibt. Wenn die Dinge sachlich und ruhig betrachtet werden und man sich Zeit lässt, ein Urteil zu fällen und sich gründlich eine eigene Meinung bildet, funktioniert doch alles viel besser und man ist obendrein gerechter und muss sich nicht laufend über andere aufregen.
Außerdem gibt man dadurch auch sich selbst die Chance, Menschen kennen zu lernen, die die Welt anders sehen als man selbst.

E S   G I B T   A U C H   N O C H   E T W A S   Z W I S C H E N   G U T   U N D   B Ö S E .

Mittwoch, 16. Februar 2011

EINE WOCHE FRANKREICH

Gleich gehts los. In einer Stunde fährt der Zug Richtung Stuttgart, wo sechs Mitschüler, zwei Lehrer und ich umsteigen werden, um später in Zürich und in Genf auch nochmal umzusteigen. Und dann - irgendwann heute Abend sind wir in La Motte, einer Stadt im Südosten Frankreichs.
Eine Woche ist jetzt wirklich nicht viel, aber ich dachte, es wäre trotzdem erwähnenswert. Immerhin werde ich eine Woche keinen Alltag haben, meine Familie und meine Freunde nicht sehen, Verpflichtungen und Aufgaben nicht nachgehen können und ihr werdet mindestens sieben Tage auch nichts mehr von mir lesen.
Nach unserem Aufenthalt dort in einem Internat begleiten uns unsere Austauschschüler direkt nach Deutschland, dann bleiben sie ebenfalls eine Woche bei uns. Das bedeutet konkret (ich verbessere meine Aussage von vorhin): Zwei Wochen kein Alltag.
Tjaja, so ist das. Mir bleibt nicht mehr viel zu sagen, denn sieben Tage sind ziemlich wenig und überschwänglich von der verlassenen Heimat und das Vermissen von Menschen zu schreiben, wäre vielleicht fehl am Platz. Eine Woche vergeht wie im Fluge.

A D I E U ,   M E S   A M I S !  O N   V A   S E   R E V O I R   B I E N T Ô T.   :)

Samstag, 12. Februar 2011

DAS LEBEN IST SCHÖN.

Ich kann gerade gar nicht beschreiben, wie gut ich mich fühle. Letztes Jahr ungefähr um diese Zeit herum fing es an, dass es mir immer schlechter ging. Ich kann das bis heute nicht genau erklären, das muss ich ja auch nicht. Eines weiß ich aber mit Sicherheit: Es geht mir jetzt um ungefähr dreihundert Prozent besser. Ich schaue aus dem Fenster, gehe nach draußen, ich lebe. Ich fühle mich frei und zufrieden.
Über Glück schreibe ich viel, lese viel darüber und ständig wird es in Liedern oder Gedichtern thematisiert, doch letztendlich kommt es doch nur darauf an, es zu fühlen.
Bücher übers Glück sind schön und gut, doch ersetzen können sie diese Leichtigkeit um das Herz herum sicherlich nicht. Nichts kommt diesem Kribbeln nahe, das seit einigen Tagen nicht mehr aus meinem Bauch weichen mag. Jeder Atemzug fühlt sich gut an und so übertrieben und pathetisch das klingen mag: Es geht mir einfach nur gut.
Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass es natürlich bald auch wieder schlechte Tage geben wird und dass so viel Trauer, Pech, Versagen, Ungerechtigkeiten, Gemeinheiten, Zerstörung, Verletzung, Einsamkeit und Unglück auf mich zukommt, doch muss mich das jetzt noch nicht belasten. Schlechte Dinge kommen früh genug, das kann man nicht kontrollieren.
So lange das aber nicht der Fall ist, genieße ich jeden Moment. Das Glück ist kostbar und zerbrechlich: Wer mich kennt, weiß, dass ich manchmal viel zu schnell hinfalle oder Dinge kaputt mache. Solange sie aber ganz sind, packe ich sie mit Herzenslust an und tue, was ich möchte und was mit meinem Gewissen zu vereinbaren ist. Die Menschen um einen herum sind nämlich der einzige Schlüssel zum Glück.

E I N   H O CH   A U F   D A S   L E B E N !

Donnerstag, 10. Februar 2011

CAN YOU HELP ME OCCUPY MY BRAIN?

Ab ungefähr halb zwölf heute Mittag kippte irgendwas in mir und ab da war der Tag seltsam. Der Morgen war wirklich schön und alles schien beinahe gewöhnlich, dann hatte ich auf einmal ein Déjà-Vue.
Gut, das ist jetzt wohl nicht die perfekte Einleitung für die Schilderung des seltsamsten Tag seit langem, doch ist es tatsächlich der Beginn meiner Odyssee der Merkwürdigkeit. Auf einmal hatte ich nämlich ständig diese Déjà-Vues. Ich schaute an die Tafel und war mir sicher, exakt diese Szene schon einmal erlebt zu haben. Ich blickte zu meinem Tischnachbarn und führte ein kurzes Gespräch, welches ich GENAU SO schon einmal geführt zu haben glaubte.
Egal, wohin ich lief und wen ich sah, jeder zweite Augnblick kam mir dermaßen bekannt vor! Manch einer mag jetzt vielleicht dämlich lachen und erklären, dass das ja ganz normal sei, weil ich jeden Tag in die Schule gehe und beispielsweise den Französischunterricht schon mehr als ein paar mal erlebt habe; doch das war komplett anders.
Es war, als erinnerte ich mich an einen Traum, den ich nie geträumt habe. Allerdings fühlten sich die Momente in meinem Kopf, an die ich mich in Bruchstücken erinnerte und von denen ich nicht wusste, wann ich sie schon einmla erlebt habe, viel wirklicher an. Ja, es war als erlebte ich den Tag heute noch einmal, dieses Mal aber weitaus unwirklicher und entfernter als damals. Woher auch immer diese Déjà-Vues kamen: Sie waren viel schillernder und viel bunter als die Realität.
Damit ihr mich jetzt nicht für komplett durchgeknallt haltet (ich fürchte, das tut ihr schon seit längerem :D), will ich noch dazu sagen, dass diese Momente eintraten, als ich verdammt müde war. Irgendwie schien meine Energie mit jedem Déjà-Vue noch mehr zu weichen, was mich nicht nur wahnsinnig aufgeregt und irritiert hat, sondern dazu führte, dass ich mir selbst ein bisschen Angst gemacht habe.
Heute Nacht hole ich mir eine riesen Portion Schlaf, damit ich morgen vielleicht endlich mal wieder mit einem klaren Kopf durch die Welt geistern kann.

E I N E N   K L A R E N  V E R S T A N D - WANN HABEN WIR DEN SCHON?

Samstag, 5. Februar 2011

IF WE COULD SETTLE HEAVEN?

Was wäre, wenn wir uns vornehmen würden, von nun an glücklich zu sein? Wir freuen uns unbändig auf den nächsten Tag und sind uns ganz sicher, dass etwas Schönes geschehen wird - Steigen dadurch nicht die Chancen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht? Wenn ich mir beispielsweise einrede, dass mir mein Kuchen auf jeden Fall aus der Hand fallen wird, dann steuert doch mein Unterbewusstsein tatsächlich mit und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der gute Kuchen wirklich auf dem Boden landet.
Wieso dieses Phänomen nicht auch positiv anwenden? Heute sprach ich in höchsten Tönen über den Frühling; ich habe im Prinzip schon festgelegt, dass ich froh sein werde, wenn die Kälte endlich weicht. Ist das nicht die Lösung aller Probleme? "Morgen wird ein schöner Tag, denn ich werde vielen wunderbaren Menschen begegnen." Sobald ich dann das Gesicht eines guten Freundes oder das Lächeln eines Fremdens wahrnehme, werde ich mich an meine Vorfreude erinnern und eine Welle von Glücksgefühlen durchströmt meinen Körper.
Hach, wäre das schön! Leider ist es nicht ganz so einfach. Es ist wirklich schwer, sich auf etwas zu freuen oder etwas zu genießen, wenn es einem schlecht geht. Auch sind viele Menschen vielleicht zu egoistisch oder anspruchsvoll, um eine Welt des Positiven zu kreieren; außerdem gibt es so viele unvorhersehbare Komponenten im Leben, die einem einen fetten Strich durch die süße Existenz des puren Glücks machen, ohne dass wir es beeinflussen können.
Eines steht fest: Könnten wir alle zusammen so leben, lebten wir im Himmel auf Erden.



K E N N T   J E M A N D   D E N   W E G   D O R T   H I N ?

Mittwoch, 2. Februar 2011

DIE WELT IST EIN STAUBKORN?

Mich lässt der Gedanke nicht los, dass unsere Welt sich nur als winziger Teil in einer kleinen Holzkiste befindet, welche selbst so unbedeutend klein ist und uns doch die Sicht auf den ganzen Rest verdeckt.
Mir ist natürlich bewusst, dass sämtliche Metaphysiker und auch die Kritiker dieser philosophischen Disziplin eben mit solchen Gedankenkonstrukten beschäftigt haben und die Menschheit seit mehreren tausend Jahren absolut keine Antwort gefunden hat und wohl auch nie finden wird; trotzdem fasziniert mich allein die Idee, dass es so viel geben könnte, was wir beschränkten Menschen niemals erkennen werden. Schon allein weil wir solche Vermutungen nicht beweisen können und der Drang, es doch heruas zu finden, uns ewig weiter treiben wird, bleibt das Thema wohl auf ewig aktuell.
Was ist, wenn die Welt, wie wir sie kennen, einfach nur ein eingesperrtes Staubkorn ist? Wissenschaftler und Forscher glauben so viel über das Leben zu wissen, doch können sie allerhöchstens die Wände der kleinen Holzkiste absuchen. Mit unbedeutenden Lupen stolzieren sie umher und untersuchen jede kleinste Faser des Holzes, doch wird sich die Kiste niemals öffnen und wir werden niemals an das helle Licht von außerhalb geraten, weil die Truhe abgeschlossen ist. Ja, möglicherweise gibt es einfach nicht die geringste Chance, die Kiste zu öffnen und nach draußen zu gelangen, in die wahren Weiten des Seins.
Vielleicht ist das aber wirklich alles nur Spinnerei und der Mensch weiß ganz genau Bescheid über alles und sieht die absolute Wahrheit mit seinen fünf Sinnen. Wenn ihr mich fragt, ist dieser Gedanke aber ziemlich arrogant. Das ist wie, wenn jemand über den Gedanken an außerirdisches Leben lacht. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch nicht das intelligenteste Wesen des Alls ist und dass es irgendwo da draußen noch mehr Leben gibt, vielleicht auch in einer anderen Form.
Vielleicht können wir nur hoffen, dass wir nicht das Perfekteste in dieser Welt sind. Menschen töten, Menschen haben so viel Schlechtes angerichtet und werden es weiterhin tun.
Alles was wir tun können, ist weiterhin über die Welt nachzudenken und Stück für Stück zu versuchen, Dinge zu verstehen und zu hinterfragen.

V I E L L E I C H T   Ö F F N E T    S I C H   I R G E N D W A N N   J A   D I E    K I S T E ?

Samstag, 23. Oktober 2010

ZU GOLD GELIEBTES LEBEN

H e r b s t
VON CHRISTIAN MORGENSTERN
Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süßer Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig
dich, Welt, hinab.

Bald sinkt's von droben dir
in flockigen Geweben
verschleiernd zu -
und bringt dir Ruh,
o Welt,
o dir, zu Gold geliebtes Leben,
Ruh.


Okay, ich gebe es zu. Ich habe dieses Gedicht nicht zufällig irgendwo gelesen und fande es schön, ich habe aktiv nach einem Herbstgedicht gesucht. Und da habe ich das hier gelesen und es hat mich fasziniert. Die Sprache ist wunderbar, der Inhalt sowieso.
Wie schön ist denn bitte die vorletzte Zeile? "Zu Gold geliebtes Leben". Wow. Sonst sind Herbstgedichte immer so deprimiert und niedergeschlagen, es wird von eingeschlafenem Leben, vergangener Schönheit und zerstörter Pracht geredet und was ist hier? Das Leben ist nicht zu Braun verwelkt, es ist zu Gold geliebt.
Die Welt schläft nicht deprimiert und niedergeschlagen ein, ihr wird Ruhe gegönnt. Die Sonne hat die Natur so lange verwöhnt, dass diese sich eine Pause verdient hat.
Die Welt verfällt im Herbst nicht etwa in eine graue Depression, sondern in eine selige Ruhe, um im Frühjahr dann wieder aufzuwachen, die Sonnenstrahlen wieder freizulassen und ein neues Jahr beginnen zu lassen.

J E D E R   B R A U C H T   M A L   E I N E   P A U S E .