Ich fühle mich gut. Mag man mir vielleicht nicht sofort glauben, wenn man meine letzten drei Artikel gelesen hat, aber es ist so. Gerade der letzte Artikel war mehr eine Gedankenspielerei, eine Sammlung an wunderbaren Zitaten und eine Erinnerung daran, was hinter jedem von uns liegt und auch auf jeden von uns noch wartet.Doch jetzt bin ich erstmal in der Gegenwart. Hier und jetzt, Montag Abend im Wohnzimmer und so müde, dass ich nur die Augen kurz schließen müsste, um sofort zu schlafen.
Ich bin sechzehn, sitze momentan nicht ganz so gemütlich und schreibe. Ich höre auch Musik nebenher und trage Socken, was mich enorm stört. Einen Moment, bitte.
So, jetzt ist es besser. Ich schlafe auch niemals mit Socken. Das liegt teils natürlich daran, dass ich generell ziemlich viel Wärme in mir habe und mir viel zu langsam kalt wird, aber auch daran, dass ich mich eingesperrt fühle.
Ich habe mal gehört, das habe was mit dem Kreislauf zu tun und mit dem Blut, das durch die Socken ein wenig am Fluss gehindert wird, doch bin ich mir da nicht so sicher. Es liegt vielleicht auch daran, doch kenne ich meinen verkopften Kopf gut genug, um eine weitere Erklärung zu haben.
Mit Uhren und Armbändern geht es mir nämlich gleich. Fühle ich mich eingeengt, unfrei und beschränkt, mache ich einfach mein Handgelenk frei und fühle mich um Welten besser. Warum ich überhaupt erst was an meinen Arm dran mache, wenn es mich ab und zu so sehr stört? Nun, das ist ganz einfach. Würde ich nämlich nichts anziehen, hätte ich auch nichts zum ausziehen, um mich dadurch besser zu fühlen.
D A S I S T W I E W E N N M A N S C H L A F E N G E H T , U M M O R G E N S W I E D E R A U F Z U S T E H E N .
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Montag, 21. März 2011
ICH BIN DER HERR MEINER HANDSCHELLEN
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Mittwoch, 2. März 2011
VORSCHNELLE SCHLÜSSE
In den letzten Tagen bin ich häufig in Gespräche geraten, in denen ein anderer vorschnell geurteilt hat. Da wird jemand wegen einer einzelnen schrägen Aussage verurteilt, aufgrund einer vielleicht ungewohnten Reaktion auf irgendwas wird auf eine Krankheit geschlossen und überall wird fehlinterpretiert und viel zu schnell gewertet.
Wenn ich einen Text von Goethe lese, muss ich nicht sofort darüber nachdenken, ob er mir sprachlich gefällt und ob meine Meinung damit konform geht; ich beginne erstmal damit, ihn zu verstehen. Wenn ich nämlich schon am Verständnis scheitere, kann ich mir den Rest sparen.
Ein anderes Beispiel: Heute sprach ich mit einer Freundin über die Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart, an welcher ich teilnehmen möchte. Ein Unbeteiligter klinkte sich ungefragt ein: "Häh? Warum wollt ihr denn bei etwas GEGEN Atomkraft mitmachen? Ihr habt doch gar keine Gründe dafür." Achso. Wie gut, dass er so etwas schon weiß, dann kann er sich das diskutieren ja sparen. Ob er unsere Gedanken und unsere (scheinbar nicht vorhandenen) Beweggründe vielleicht gerochen hat? Verriet unser Körpergeruch uns? Oder womöglich unsere Augenfarbe?
Schwachsinn. Blöd war das einfach. Und leider ist das nicht nur bei politischen Themen so, wo einige Menschen oft eine fest gefahrene Meinung haben, sondern auch im stinknormalen Alltag.
Allzuoft wird von etwas winzig Kleinem, Unbedeutendem auf einen monströsen Apparat von seltsamen Marotten, familiären Hintergründen oder Dummheit geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es einfach mehr Milde gibt. Wenn die Dinge sachlich und ruhig betrachtet werden und man sich Zeit lässt, ein Urteil zu fällen und sich gründlich eine eigene Meinung bildet, funktioniert doch alles viel besser und man ist obendrein gerechter und muss sich nicht laufend über andere aufregen.
Außerdem gibt man dadurch auch sich selbst die Chance, Menschen kennen zu lernen, die die Welt anders sehen als man selbst.
E S G I B T A U C H N O C H E T W A S Z W I S C H E N G U T U N D B Ö S E .
Wenn ich einen Text von Goethe lese, muss ich nicht sofort darüber nachdenken, ob er mir sprachlich gefällt und ob meine Meinung damit konform geht; ich beginne erstmal damit, ihn zu verstehen. Wenn ich nämlich schon am Verständnis scheitere, kann ich mir den Rest sparen.
Ein anderes Beispiel: Heute sprach ich mit einer Freundin über die Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart, an welcher ich teilnehmen möchte. Ein Unbeteiligter klinkte sich ungefragt ein: "Häh? Warum wollt ihr denn bei etwas GEGEN Atomkraft mitmachen? Ihr habt doch gar keine Gründe dafür." Achso. Wie gut, dass er so etwas schon weiß, dann kann er sich das diskutieren ja sparen. Ob er unsere Gedanken und unsere (scheinbar nicht vorhandenen) Beweggründe vielleicht gerochen hat? Verriet unser Körpergeruch uns? Oder womöglich unsere Augenfarbe?
Schwachsinn. Blöd war das einfach. Und leider ist das nicht nur bei politischen Themen so, wo einige Menschen oft eine fest gefahrene Meinung haben, sondern auch im stinknormalen Alltag.
Allzuoft wird von etwas winzig Kleinem, Unbedeutendem auf einen monströsen Apparat von seltsamen Marotten, familiären Hintergründen oder Dummheit geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es einfach mehr Milde gibt. Wenn die Dinge sachlich und ruhig betrachtet werden und man sich Zeit lässt, ein Urteil zu fällen und sich gründlich eine eigene Meinung bildet, funktioniert doch alles viel besser und man ist obendrein gerechter und muss sich nicht laufend über andere aufregen.
Außerdem gibt man dadurch auch sich selbst die Chance, Menschen kennen zu lernen, die die Welt anders sehen als man selbst.
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Montag, 10. Januar 2011
WUTAUSBRÜCHE TREFFEN MEISTENS DIE FALSCHEN.
Wisst ihr, was ich total unfair finde? Wutausbrüche, Rumgeschreie, Beleidigungen und andere verbale Attacken, die einen treffen, obwohl man gar nichts dafür kann. Irgendwer ist geladen, vielleicht genervt oder er hatte einen schlechten Tag und was passiert? Nur weil man einen Mucks von sich gibt, wird man in Grund und Boden geschrien. Man kann überhaupt nichts dafür und ist auch nicht an der Wut generell schuld, man wird nur blöderweise zum Blitzableiter. "Tut dir jemand weh, verzeih. Denn es geht ihm selbst nicht gut, sonst täte er dir nicht weh." Dieser Spruch mag stimmen, ich finde ihn auch gut; aber manchmal fällt das Verzeihen einfach schwer.
"Willst du dir nicht lieber die Nase putzen anstatt sie ständig hochzuziehen?" - Keine Reaktion. "Ich hol dir ein Tempo." - "HALT DEINE DUMME FRESSE!" Äh, ja. Damit kann ich ziemlich wenig anfangen und bin dann auch dementsprechend gekränkt, weil es einfach unfair ist. Ich bin nicht gerne (unangekündigt und vollkommen überraschend und plötzlich) der Boxsack für jemanden mit zu viel angestauten Aggressionen oder unerklärliche Wut. Ich bin sehr gerne Anlaufstelle für Probleme und helfe jedem weiter, der mich darum bittet. Manchmal helfe ich selbst, wenn ich nicht darum gebeten werde und unterstütze meine Freunde durch Gespräche oder Ausflüge oder kleine Geschenke, aber ein zufälliges Opfer für Aggressionen möchte ich nur ungern sein. Das macht mir nur schlechte Gefühle und hilft auch dem anderen nicht weiter. Das einzige, was dadurch entsteht ist ein Haufen Schuldgefühle auf meiner Seite und der seltsame Gedanke, dass die Leute denken, bei mir könne man sich alles erlauben.
" I C H S C H R E I E N I C H T ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! "
"Willst du dir nicht lieber die Nase putzen anstatt sie ständig hochzuziehen?" - Keine Reaktion. "Ich hol dir ein Tempo." - "HALT DEINE DUMME FRESSE!" Äh, ja. Damit kann ich ziemlich wenig anfangen und bin dann auch dementsprechend gekränkt, weil es einfach unfair ist. Ich bin nicht gerne (unangekündigt und vollkommen überraschend und plötzlich) der Boxsack für jemanden mit zu viel angestauten Aggressionen oder unerklärliche Wut. Ich bin sehr gerne Anlaufstelle für Probleme und helfe jedem weiter, der mich darum bittet. Manchmal helfe ich selbst, wenn ich nicht darum gebeten werde und unterstütze meine Freunde durch Gespräche oder Ausflüge oder kleine Geschenke, aber ein zufälliges Opfer für Aggressionen möchte ich nur ungern sein. Das macht mir nur schlechte Gefühle und hilft auch dem anderen nicht weiter. Das einzige, was dadurch entsteht ist ein Haufen Schuldgefühle auf meiner Seite und der seltsame Gedanke, dass die Leute denken, bei mir könne man sich alles erlauben.
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