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Mittwoch, 2. März 2011

VORSCHNELLE SCHLÜSSE

In den letzten Tagen bin ich häufig in Gespräche geraten, in denen ein anderer vorschnell geurteilt hat. Da wird jemand wegen einer einzelnen schrägen Aussage verurteilt, aufgrund einer vielleicht ungewohnten Reaktion auf irgendwas wird auf eine Krankheit geschlossen und überall wird fehlinterpretiert und viel zu schnell gewertet.
Wenn ich einen Text von Goethe lese, muss ich nicht sofort darüber nachdenken, ob er mir sprachlich gefällt und ob meine Meinung damit konform geht; ich beginne erstmal damit, ihn zu verstehen. Wenn ich nämlich schon am Verständnis scheitere, kann ich mir den Rest sparen.
Ein anderes Beispiel: Heute sprach ich mit einer Freundin über die Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart, an welcher ich teilnehmen möchte. Ein Unbeteiligter klinkte sich ungefragt ein: "Häh? Warum wollt ihr denn bei etwas GEGEN Atomkraft mitmachen? Ihr habt doch gar keine Gründe dafür." Achso. Wie gut, dass er so etwas schon weiß, dann kann er sich das diskutieren ja sparen. Ob er unsere Gedanken und unsere (scheinbar nicht vorhandenen) Beweggründe vielleicht gerochen hat? Verriet unser Körpergeruch uns? Oder womöglich unsere Augenfarbe?
Schwachsinn. Blöd war das einfach. Und leider ist das nicht nur bei politischen Themen so, wo einige Menschen oft eine fest gefahrene Meinung haben, sondern auch im stinknormalen Alltag.
Allzuoft wird von etwas winzig Kleinem, Unbedeutendem auf einen monströsen Apparat von seltsamen Marotten, familiären Hintergründen oder Dummheit geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es einfach mehr Milde gibt. Wenn die Dinge sachlich und ruhig betrachtet werden und man sich Zeit lässt, ein Urteil zu fällen und sich gründlich eine eigene Meinung bildet, funktioniert doch alles viel besser und man ist obendrein gerechter und muss sich nicht laufend über andere aufregen.
Außerdem gibt man dadurch auch sich selbst die Chance, Menschen kennen zu lernen, die die Welt anders sehen als man selbst.

E S   G I B T   A U C H   N O C H   E T W A S   Z W I S C H E N   G U T   U N D   B Ö S E .

Sonntag, 13. Februar 2011

DIESE WELT BRAUCHT UNIKATE!

Ja, wir brauchen wirklich mehr Einzelstücke. Irgendwie scheint alles immer gleichförmiger zu werden: Jeder hört die gleiche Musik, es zeichnet sich überall eine nicht hinterfragte Meinung ab, jeder trägt Jeans und verhält sich immer korrekt, lieb, brav und äußert niemals eine kritische Meinung. Im Unterricht dösen die meisten eher weg, als mal aufzustehen und zu sagen, was sie stört. Viele verstecken sich und sagen nicht, was sie denken, weil sie in den Mainstream passen wollen. Wer andere Interessen oder Hobbys hat, als die meisten anderen, wird als Freak/Nerd/Spast/Idiot beleidigt oder in irgendeine blöde Schublade gesteckt. Wer gegen Clichés verstößt, wird verpöhnt oder zumindest ausgelacht und wer Hausaufgaben macht, hat eh keine Ahnung.
Da verändert ein Junge sich die Haarfarbe und wird als schwul bezeichnet, ein Mädchen schminkt sich nicht und gilt als langweilig oder jemand sagt etwas gegen Bruno Mars und wird als geschmacklos bezeichnet.
Was soll denn das ganze? Ich liebe es, wenn jemand mal gegen den Strom schwimmt und etwas tut, was vielleicht nicht irgendwelchen Normen und Konventionen entspricht, dafür aber dem eigenen Charakter und den persönlichen Wünschen und Träumen.
Das ist für mich cool, nicht irgendwelche modischen Haarschnitte oder die Musik, die in den Charts läuft.

E S   L E  B E   D I E   I N D I V I D U A L I T Ä T !