Dienstag, 1. Februar 2011

WAS MAN (NICHT) KANN UND WILL

Letzten Freitag fuhr ich mit einigen Leuten meiner Schule übers Wochenende weg, um für das kommende Musical intensiv zu proben. Der Busfahrer erschien mir schon von Anfang an seltsam und ein wenig unüberlegt und als wir an eine Baustelle kamen, bestätigte sich dieser Eindruck. Als ich über sein Handeln noch ein wenig nachdachte, wurde mir jedoch klar, dass er der perfekte Spiegel für das Handeln von so vielen Menschen ist. Ich weiß von mir und meinem Umfeld sehr gut, dass es jedem von uns mal so ging: Man weiß ganz genau, das man etwas nicht schaffen oder bekommen kann und trotzdem macht man weiter, steckt Energie in etwas eindeutig Hoffnungsloses und gibt einfach nicht auf, auch wenn man schon lange am Ziel vorbei geschossen ist.
Ich finde es wirklich wirklich wichtig, durchzuhalten und den Kopf oben zu halten, doch rennt man manchmal einfach immer tiefer in die Sackgasse.
Bei dem Busfahrer war es das sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Wir kamen an einem kleinen Sägewerk vorbei und auf Straße prangte ein großes Schild: "Frei bis Baustelle". Alles klar, denkt sich der Busfahrer und fährt um das Schild herum weiter. Alles noch okay, vielleicht gibt es ja eine Abzweigung vor der Baustelle. Als wir allerdings bis zur Baugrube gekommen waren, standen wir vor einem rot-weiß gestreiften Absperrband, über dem abermals ein Warnschild hing: "Frei für Baustellenfahrzeuge", darüber noch: "Achtung BAUGRUBE!"
Nun gibt es doch genug Grund, umzudrehen. Haha, falsch gedacht! Unser tapferer Busfahrer fasste sich ans Herz, drückte auf das Gaspedal und landete - an der Baugrube, die vorderen Reifen im Abgrund.
Es hat einige Zeit gekostet, um zu wenden. Wir können von Glück reden, dass doch noch alles gut gegangen war und ich denke, wir können von diesem Beispiel auch viel lernen.
Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, auf Hinweise und Zeichen zu achten und sein Handeln danach auszurichten. Mit dem Kopf durch die Wand (wahlweise mit dem Reisebus durch die Baustelle) mag einem zwar den inneren Rebellen befriedigen, doch manchmal kommt man damit eben nicht weiter.


M A N  K A N N  N I C H T   I M M E R   W E N D E N   W I E   E I N   R E I S E B U S .

KEINE HEIMATSLIEDER

Die meisten von uns kennen wohl das Gefühl, weg zu müssen. Raus aus dem Alltag, für einige Tage einfach auf und davon. Die Werbung spielt mit dieser Sehnsucht und an allen Ecken und Enden wird uns der perfekte Ausgleich angeboten. Leuchtreklame und bunte Plakate versprechen "Entspannung pur", "Perfektes Work-Out" oder "Traumurlaub gegen Fernweh" und wecken in uns den windigen Herumtreiber, der die Welt sehen will und aus dem müden Alltagstrott ausreißt.
Für die letzten vier Tage war ich tatsächlich weg von zu Hause, weg vom Schulalltag und weg von den geliebten Gesichtern, die mich sonst immer umgeben. Von Freitag bis Montag gab es zwar viel zu tun und es war sicherlich auch stressig, und doch hat es mich glücklich gemacht. Am liebsten wäre ich noch ein paar Wochen dort geblieben, wo wir Musik machten und nicht mal Zeit blieb, um nach Hause zu telefonieren.
Leider geht das nicht. Nach jeder Flucht aus dem Alltag folgt auch wieder die Rückkehr. Egal wie intensiv die Auszeit war und wie gerne man genau diese Auszeit verlängern würde, irgendwann kommt man entweder zurück zum bisherigen Leben oder die Auszeit wird zur Gewohnheit, womit es keine Abwechslung mehr wäre.
Es hilft alles nichts: Der Weg zurück ist unausweichlich, da kann man nichts tun. Ich für meinen Teil mache nach einem Trip raus aus dem Gewöhnlichen meist irgendwas spontanes: Setze mich in einen Zug, laufe durch Städte, renne durch den Wald oder besuche vielleicht die Tiere im Zoo. Da der Wechsel von Urlaub zu Alltag oft allzu plötzlich geschieht, brauche ich immer ein wenig Zeit für mich selbst, um mich wieder auf das Altbekannte einzustellen.


U N D   D A N N   H E I S S T   E S :   W I L L K O M M E N   Z U R Ü C K !

Sonntag, 16. Januar 2011

AUF DIE HELDEN DES ALLTAGS!

Ich liege jetzt den fünften Tag mit Schmerzen herum, die von einer Gehörgangentzündung her rühren. Ich will gar nicht lange jammern, sondern den Post einfach nur dazu nutzen, auf all die Menschen aufmerksam zu machen, die einen in solch einer hilflosen und unangenehmen Situation unterstützend zur Seite stehen.
Spiderman mag eine gesamte Großstadt vor den Fängen eines tyrannischen Monsters befreien und James Bond rettet schon mal die gesamte Menschheit, doch finden wir die wahrhaftigen Helden im Kleinen, im Alltäglichen. Dieser Beitrag ist für all diejenigen, die ihren Freunden oder Familienmitgliedern helfen, wenn es sonst niemand tut. Ob es jetzt die Mama ist, die ihr Kind in den Arm nimmt und bei sich schlafen lässt, wenn es Albträume hat; ob es die Enkel sind, die ihrer Oma bei Geschichten von früher zuhören und so an ihrer Erinnerung teil haben; oder ob es ein Freund ist, der mir an einem schlechten Tag ein aufmunterndes Lächeln zuwirft: Diese universellen Retter und Trostspender sind doch wirklich die Menschen, denen wir am dankbarsten sein sollten.
Vollkommen egal, ob es mitten in der Nacht ist und sie eigentlich lieber schlafen wöllten: Es gibt sie wirklich, die Menschen, die allzeit bereit sind, das Leben der anderen zu erleichtern und zu verschönern. Ich hoffe, sie werden irgendwann gebührenden Dank erhalten und vielleicht eines Tages zu leuchtenden Vorbildern für andere werden. Eine Welt mit vielen kleinen Helden ist doch viel schöner als eine, die vollgesteckt ist mit machthungrigen Riesen, die vergessen, dass es die Menschen sind, auf welche es ankommt.

J E D E R    E I N Z E L N  E   H A T   D A S   P O T E N Z I A L,   E I N   H E L D   Z U   S E I N .

Montag, 10. Januar 2011

LACHEN IST SO SCHÖN.

Ich liebe es zu lachen und ich liebe es, meinen Mitmenschen dabei zuzusehen oder gemeinsam zu lachen. Ja, das ist wohl das Allerschönste. Gemeinsam lacht man über Dummheiten, lächerliche
Aktionen, gute oder auch schlechte Witze. Über einen seltsamen Moment oder einfach nur so. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man schlechte Laune vertreiben kann, indem man ein gekünsteltes Lächeln aufsetzt; denn bald würde daraus entweder ein echtes Lächeln oder lauthalses Lachen über diesen schwachen Versuch, die Laune zu verbessern. Was in diversen Frauenzeitschriften (um das klar zu stellen: Ich gebe dafür kein Geld aus, sondern lese die nur im Wartezimmer beim Arzt! :D) auch angepriesen
wird, ist der Spiegel. Man solle sich davor stellen und lang und breit erklären, waurm man sich schlecht fühlt. Alles ins Maßlose übertreiben und deprimierte Fratzen ziehen. Anscheinend soll man sich dann lächerlich vorkommen und auch anfangen, zu lachen.
   
 So ist es doch auch im  Alltag, in einer nicht gekünstelten Szenerie: Wir haben Sorgen, sagen etwas Dummes, übertreiben unsere eigenen Probleme total, erzählen eine wahnsinnig uninteressante Geschichte und plötzlich brechen alle Dämme und das Lachen sprudelt aus uns heraus, als würden wir für nichts anderes leben. Alles Negative hat sich in Freude aufeglöst und wir lachen - aus vollstem Herzen.
Das ist nämlich das einzig wahre Lachen, wenn es einfach so entsteht. Von diesen albernen Aktionen vor dem Spiegel oder den anderen Tricks der Frauenzeitschriften halte ich nicht besonders viel. Diese euphorische Welle aber, die mich beim echten Lachen durchfährt und nicht nur mich mit Glück erfüllt, sondern auch andere ansteckt; allein für diese Welle lohnt es sich, auch mal blödes Zeugs zu reden.

M E N S C H E N   O H N E   S E L B S T I R O N I E HABEN ES SICHER SCHWER.

WUTAUSBRÜCHE TREFFEN MEISTENS DIE FALSCHEN.

Wisst ihr, was ich total unfair finde? Wutausbrüche, Rumgeschreie, Beleidigungen und andere verbale Attacken, die einen treffen, obwohl man gar nichts dafür kann. Irgendwer ist geladen, vielleicht genervt oder er hatte einen schlechten Tag und was passiert? Nur weil man einen Mucks von sich gibt, wird man in Grund und Boden geschrien. Man kann überhaupt nichts dafür und ist auch nicht an der Wut generell schuld, man wird nur blöderweise zum Blitzableiter. "Tut dir jemand weh, verzeih. Denn es geht ihm selbst nicht gut, sonst täte er dir nicht weh." Dieser Spruch mag stimmen, ich finde ihn auch gut; aber manchmal fällt das Verzeihen einfach schwer.
"Willst du dir nicht lieber die Nase putzen anstatt sie ständig hochzuziehen?" - Keine Reaktion. "Ich hol dir ein Tempo." - "HALT DEINE DUMME FRESSE!" Äh, ja. Damit kann ich ziemlich wenig anfangen und bin dann auch dementsprechend gekränkt, weil es einfach unfair ist. Ich bin nicht gerne (unangekündigt und vollkommen überraschend und plötzlich) der Boxsack für jemanden mit zu viel angestauten Aggressionen oder unerklärliche Wut. Ich bin sehr gerne Anlaufstelle für Probleme und helfe jedem weiter, der mich darum bittet. Manchmal helfe ich selbst, wenn ich nicht darum gebeten werde und unterstütze meine Freunde durch Gespräche oder Ausflüge oder kleine Geschenke, aber ein zufälliges Opfer für Aggressionen möchte ich nur ungern sein. Das macht mir nur schlechte Gefühle und hilft auch dem anderen nicht weiter. Das einzige, was dadurch entsteht ist ein Haufen Schuldgefühle auf meiner Seite und der seltsame Gedanke, dass die Leute denken, bei mir könne man sich alles erlauben.


" I C H   S C H R E I E   N I C H T ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! "

Freitag, 7. Januar 2011

INSPIRATION IST EIN GESCHENK.

Inspiration - Was ist das? Wird sie uns geschenkt oder müssen wir sie selbst finden? Diese Energie, die uns durchströmt und uns dazu bringt, etwas zu erschaffen, etwas anzupacken oder uns etwas auszudenken; die uns dazu zwingt zu siegen, sie schlummert wohl in jedem von uns. In jedem Erwachsenen steckt ein Kind, dass sich wundern kann und sich begeistern lässt. Jeder Mensch hat die Gabe, irgendetwas besonders schön zu finden. Manchmal brauchen wir eben nur Anstöße von außen, um uns der Schönheit dieser Welt bewusst zu werden. Wir hören, sehen, riechen, fühlen etwas und plötzlich erscheint uns alles klarer, wir können den Moment beinahe berühren, so klar und rein ist er. Es gibt gar keine Alternative zum sofortigen Handeln: Irgendeine Macht tief in unserem Herzen bringt uns dazu, kreativ zu sein und über gewisse Dinge nachzudenken.
Das ist Inspiration.
Mich hat gestern dieser wunderbare Film inspiriert, außerdem das herzzereißende Lied von Don McLean und die Farbe des rötenden Abendhimmels. Heute schenkte mir eine gute Freundin Inspiration und ich glaube und wünsche mir zutiefst, dass es so weiter geht. Ich freue mich wahnsinnig auf den Frühling und erwarte mit Spannung die ersten Knospen draußen und diesen Geruch, der im Frühjahr in der Luft liegt und eine sonnige Zeit, Vogelgezwischter und die ersten warmen Tage verspricht.
Auch die kühle Januarluft hat etwas Zauberhaftes an sich, ganz zu schwigen vom eisigen Wind. Ich liebe Wind und Wetter, ich liebe überhaupt jede Art von Erscheinung, die einen das Leben richtig spüren lässt.
Vielleicht ist Inspiration ja auch einfach das: Eine Erinnerung daran, dass man lebt.


 I N S P I R A T I O N   I S T   E I N   G E S C H E N K .

Mittwoch, 5. Januar 2011

LEUCHTENDES GLÜCK

Heute habe ich zu meinem Geburtstag einen Film geschenkt bekommen, der mich wahnsinnig inspiriert hat. Es geht um einen zutiefst traurigen Mann, der die Liebe seines Lebens verloren hat und keinen Sinn mehr in seiner eigenen Existenz sieht. Die ganze Welt um ihn herum ist grau und man bekommt mit, wie er sich seine Waffe bereit legt und einige Methoden und Stellungen ausprobiert, denn am Abend will er sich das Leben nehmen. Nun muss er zuvor noch seinem Beruf an der Universität nachgehen, er trifft einige Menschen und abends besucht er noch eine gute Freundin und mit der Zeit erkennt er, dass sein Leben doch lebenswert ist. Er spürt nach und nach wieder die Schönheit eines winzigen Moments und empfindet Dinge, die er früher als störend betrachtete, als wunderschön und Stück für Stück wird seine Welt bunter und leuchtender.

Stellen wir uns doch einfach mal vor, wir würden in einer grauen Welt aufwachen und jedes kleinste Detail, das uns auffällt und das wir mögen, wo unsere Aufmerksamkeit hängen bleibt und dem wir auf irgendeine Art ein Stückchen Liebe schenken, fängt an zu leuchten. Das nette Lächeln unserer alten Nachbarin leuchtet, die gewuchterten Gänseblümchen im sonst so perfekten Vorgarten leuchten und vielleicht leuchtet auch einfach ein Fremder, der uns inspiriert.
Vincent Van Gogh - Starry Night
Was für eine Welt wäre das? Für jeden würden andere Dinge leuchten und vielleicht können wir gar nicht nachvollziehen, dass jemand den Müll auf der Straße wunderschön finden kann. Aber es ist so: Jeder hätte am Ende des Tages eine ziemlich helle Welt. Nun stellt sich eine Frage: Ist die Welt derjenigen am hellsten, die ständig mit einem Grinsen durch die Gegend laufen und sich schlicht für alles und jeden begeistern können? Sind diese Menschen die glücklichsten und leben sie in der hoffnungsvollsten und buntesten Welt? Ich denke nicht.
Solch beinahe verstörenden Gutelaunebolzen, die schon morgens mit einem fetten Grinsen umher stolzieren und diese gefälschte Fröhlichkeit bis abends nicht ablegen, haben vermutlich wirklich die leuchtendste Welt, allerdings wäre sie auch sehr grell. Es gäbe keine Unterschiede mehr und die kleinen Dinge des Lebens gingen verloren. Ich stelle mir eine vor Liebe leuchtende Welt wunderschön vor, ein Glühwürmchen in einem dunklen Keller ist allerdings um Längen angenehmer, als ein Raum mit Flutlichtstrahlern und künstlichen Leuchtstoffröhren.

D A S   L Ä C H E L N   W Ä R E   I N   M E I N E R   W E L T   W O H L   D E R   H E L L S T E   F L E C K .