Mich lässt der Gedanke nicht los, dass unsere Welt sich nur als winziger Teil in einer kleinen Holzkiste befindet, welche selbst so unbedeutend klein ist und uns doch die Sicht auf den ganzen Rest verdeckt.
Mir ist natürlich bewusst, dass sämtliche Metaphysiker und auch die Kritiker dieser philosophischen Disziplin eben mit solchen Gedankenkonstrukten beschäftigt haben und die Menschheit seit mehreren tausend Jahren absolut keine Antwort gefunden hat und wohl auch nie finden wird; trotzdem fasziniert mich allein die Idee, dass es so viel geben könnte, was wir beschränkten Menschen niemals erkennen werden. Schon allein weil wir solche Vermutungen nicht beweisen können und der Drang, es doch heruas zu finden, uns ewig weiter treiben wird, bleibt das Thema wohl auf ewig aktuell.
Was ist, wenn die Welt, wie wir sie kennen, einfach nur ein eingesperrtes Staubkorn ist? Wissenschaftler und Forscher glauben so viel über das Leben zu wissen, doch können sie allerhöchstens die Wände der kleinen Holzkiste absuchen. Mit unbedeutenden Lupen stolzieren sie umher und untersuchen jede kleinste Faser des Holzes, doch wird sich die Kiste niemals öffnen und wir werden niemals an das helle Licht von außerhalb geraten, weil die Truhe abgeschlossen ist. Ja, möglicherweise gibt es einfach nicht die geringste Chance, die Kiste zu öffnen und nach draußen zu gelangen, in die wahren Weiten des Seins.
Vielleicht ist das aber wirklich alles nur Spinnerei und der Mensch weiß ganz genau Bescheid über alles und sieht die absolute Wahrheit mit seinen fünf Sinnen. Wenn ihr mich fragt, ist dieser Gedanke aber ziemlich arrogant. Das ist wie, wenn jemand über den Gedanken an außerirdisches Leben lacht. Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch nicht das intelligenteste Wesen des Alls ist und dass es irgendwo da draußen noch mehr Leben gibt, vielleicht auch in einer anderen Form.
Vielleicht können wir nur hoffen, dass wir nicht das Perfekteste in dieser Welt sind. Menschen töten, Menschen haben so viel Schlechtes angerichtet und werden es weiterhin tun.
Alles was wir tun können, ist weiterhin über die Welt nachzudenken und Stück für Stück zu versuchen, Dinge zu verstehen und zu hinterfragen.
V I E L L E I C H T Ö F F N E T S I C H I R G E N D W A N N J A D I E K I S T E ?
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Mittwoch, 2. Februar 2011
DIE WELT IST EIN STAUBKORN?
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Mittwoch, 5. Januar 2011
LEUCHTENDES GLÜCK
Heute habe ich zu meinem Geburtstag einen Film geschenkt bekommen, der mich wahnsinnig inspiriert hat. Es geht um einen zutiefst traurigen Mann, der die Liebe seines Lebens verloren hat und keinen Sinn mehr in seiner eigenen Existenz sieht. Die ganze Welt um ihn herum ist grau und man bekommt mit, wie er sich seine Waffe bereit legt und einige Methoden und Stellungen ausprobiert, denn am Abend will er sich das Leben nehmen. Nun muss er zuvor noch seinem Beruf an der Universität nachgehen, er trifft einige Menschen und abends besucht er noch eine gute Freundin und mit der Zeit erkennt er, dass sein Leben doch lebenswert ist. Er spürt nach und nach wieder die Schönheit eines winzigen Moments und empfindet Dinge, die er früher als störend betrachtete, als wunderschön und Stück für Stück wird seine Welt bunter und leuchtender.
Stellen wir uns doch einfach mal vor, wir würden in einer grauen Welt aufwachen und jedes kleinste Detail, das uns auffällt und das wir mögen, wo unsere Aufmerksamkeit hängen bleibt und dem wir auf irgendeine Art ein Stückchen Liebe schenken, fängt an zu leuchten. Das nette Lächeln unserer alten Nachbarin leuchtet, die gewuchterten Gänseblümchen im sonst so perfekten Vorgarten leuchten und vielleicht leuchtet auch einfach ein Fremder, der uns inspiriert.
Was für eine Welt wäre das? Für jeden würden andere Dinge leuchten und vielleicht können wir gar nicht nachvollziehen, dass jemand den Müll auf der Straße wunderschön finden kann. Aber es ist so: Jeder hätte am Ende des Tages eine ziemlich helle Welt. Nun stellt sich eine Frage: Ist die Welt derjenigen am hellsten, die ständig mit einem Grinsen durch die Gegend laufen und sich schlicht für alles und jeden begeistern können? Sind diese Menschen die glücklichsten und leben sie in der hoffnungsvollsten und buntesten Welt? Ich denke nicht.
Solch beinahe verstörenden Gutelaunebolzen, die schon morgens mit einem fetten Grinsen umher stolzieren und diese gefälschte Fröhlichkeit bis abends nicht ablegen, haben vermutlich wirklich die leuchtendste Welt, allerdings wäre sie auch sehr grell. Es gäbe keine Unterschiede mehr und die kleinen Dinge des Lebens gingen verloren. Ich stelle mir eine vor Liebe leuchtende Welt wunderschön vor, ein Glühwürmchen in einem dunklen Keller ist allerdings um Längen angenehmer, als ein Raum mit Flutlichtstrahlern und künstlichen Leuchtstoffröhren.
D A S L Ä C H E L N W Ä R E I N M E I N E R W E L T W O H L D E R H E L L S T E F L E C K .
Stellen wir uns doch einfach mal vor, wir würden in einer grauen Welt aufwachen und jedes kleinste Detail, das uns auffällt und das wir mögen, wo unsere Aufmerksamkeit hängen bleibt und dem wir auf irgendeine Art ein Stückchen Liebe schenken, fängt an zu leuchten. Das nette Lächeln unserer alten Nachbarin leuchtet, die gewuchterten Gänseblümchen im sonst so perfekten Vorgarten leuchten und vielleicht leuchtet auch einfach ein Fremder, der uns inspiriert.
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| Vincent Van Gogh - Starry Night |
Solch beinahe verstörenden Gutelaunebolzen, die schon morgens mit einem fetten Grinsen umher stolzieren und diese gefälschte Fröhlichkeit bis abends nicht ablegen, haben vermutlich wirklich die leuchtendste Welt, allerdings wäre sie auch sehr grell. Es gäbe keine Unterschiede mehr und die kleinen Dinge des Lebens gingen verloren. Ich stelle mir eine vor Liebe leuchtende Welt wunderschön vor, ein Glühwürmchen in einem dunklen Keller ist allerdings um Längen angenehmer, als ein Raum mit Flutlichtstrahlern und künstlichen Leuchtstoffröhren.
D A S L Ä C H E L N W Ä R E I N M E I N E R W E L T W O H L D E R H E L L S T E F L E C K .
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Samstag, 11. September 2010
ES GIBT DINGE, DIE UNVERMEIDBAR SIND
Ein kleines Mädchen hüpft in ihrem Sommerkleidchen gut gelaunt durch die Herbstsonne und wirft ihren rot gepunkteten Ball immer wieder in die Luft. Sie summt die Melodie eines Liedes, das sie irgendwo mal gehört hat. Auf der Straße ist sonst nichts los, sie ist ganz alleine mit ihrer Unbeschwertheit und ihrem Ball. Auf einmal sieht sie einen Schmetterling am Straßenrand entlang fliegen, der ihre Aufmerksamkeit voll und ganz raubt. Sie konzentriert sich nicht mehr auf den Ball, er fällt auf die Erde. Dem kleinen Mädchen aber ist das egal, sie läuft langsam auf den Schmetterling zu, der sich auf einer welken Blume abgesetzt hat. Mit ihren großen blauen Augen betrachtet sie das Tierchen genau und geht in die Knie, um es besser erkennen zu können.
Im selben Moment verlässt ein etwa sechzigjähriger, gebückter Mann den Supermarkt am Ende jener Straße und ist bemüht, noch rechtzeitig mit seinen zwei großen Einkaufstüten voll Makkaroni und Gemüse nach Hause zu kommen. Was er in seiner Hektik nicht wahrnimmt, ist der rote Ball, den das Mädchen verloren hatte und der jetzt still und unauffällig auf dem nassen Bordstein herumliegt. Es kommt, wie es kommen muss: Der alte Mann stolpert über den Ball und sämtliche Einkäufe verteilen sich auf dem Boden.
Am nächsten Tag erinnert nur noch eine zertretene Tomate an den gestrigen Vorfall; das Mädchen war mit seinem Ball nach Hause gerannt und der alte Herr hatte seine Einkäufe wieder aufgesammelt, allerdings hatte er diese Tomate eben übersehen. Einsam liegt sie am Straßenrand: Matschig und vergessen.
Eine Ameisenkolonie aber, die sich zufällig auf der Wiese, an dem am Vortag der kleine Schmetterling das Mädchen abgelenkt hatte, gerade einen Bau eingerichtet hatte, fand Gefallen an dem saftigen Biomüll und legte ihre Route quer über die Straße, um die Tomate abzutransportieren. Dann geschah etwas, das seit Monaten nicht mehr geschehen war: Ein großes Transportauto einer Logistikfirma fuhr die eigentlich verlassene Straße entlang, immer geradewegs auf die beschäftigte Ameisenmasse zu! Der Fahrer, zufälligerweise engagierter Tierschützer und außerdem sehr gemütlicher Mensch, bemerkte das. Er stellte das Radio ab, bremste und stieg aus. Interessiert musterte er die Ameisenstraße und war wieder mal fasziniert von den Riesenkräften, die diese kleinen Tierchen manchmal entwickelten. Da er so begeistert von den Ameisen war, beschloss er einen Umweg zu fahren. Die enorme Arbeit musste gesichert und der reibungslose Abtransport der Tomate gesichert werden.
Also kehrte der übrigens achtunddreißigjährige Logistiker um und fuhr einen großen Bogen um die Straße der Ameisen. Er tötete dabei eine Obstfliege, drei Kellerasseln, einen halben Regenwurm (ob der noch lebte oder nur zappelte, ist unklar), eine zu langsame Ameise und merkte nichts davon.
Im selben Moment heiratete jemand, starb jemand, wurde jemand geboren, hatte jemand seinen ersten Kuss, bekam jemand Depressionen diagnostiziert, wurde jemand von Krebs geheilt, infizierte sich jemand mit HIV, lag jemand auf einer Blumenwiese, beobachtete jemand die Sterne, träumte jemand vom Schlaraffenland, erdrosselte jemand seinen Teddybär, weinte ein Baby, freute sich ein Junge über eine neue Spielkonsole, brach jemand seinen persönlichen Rekord von Tetris oder wahlweise auch Pacman, regte sich jemand über den Staat auf, hatten zwei Meerschweinchen Sex, ertrank ein Tier im pazifischen Ozean, wurde jemand begraben, hörte jemand ein Musikstück von den Beatles und es trank auch jemand einen Cappuccino mit extra viel Milch.
Im selben Moment verlässt ein etwa sechzigjähriger, gebückter Mann den Supermarkt am Ende jener Straße und ist bemüht, noch rechtzeitig mit seinen zwei großen Einkaufstüten voll Makkaroni und Gemüse nach Hause zu kommen. Was er in seiner Hektik nicht wahrnimmt, ist der rote Ball, den das Mädchen verloren hatte und der jetzt still und unauffällig auf dem nassen Bordstein herumliegt. Es kommt, wie es kommen muss: Der alte Mann stolpert über den Ball und sämtliche Einkäufe verteilen sich auf dem Boden.
Am nächsten Tag erinnert nur noch eine zertretene Tomate an den gestrigen Vorfall; das Mädchen war mit seinem Ball nach Hause gerannt und der alte Herr hatte seine Einkäufe wieder aufgesammelt, allerdings hatte er diese Tomate eben übersehen. Einsam liegt sie am Straßenrand: Matschig und vergessen.
Eine Ameisenkolonie aber, die sich zufällig auf der Wiese, an dem am Vortag der kleine Schmetterling das Mädchen abgelenkt hatte, gerade einen Bau eingerichtet hatte, fand Gefallen an dem saftigen Biomüll und legte ihre Route quer über die Straße, um die Tomate abzutransportieren. Dann geschah etwas, das seit Monaten nicht mehr geschehen war: Ein großes Transportauto einer Logistikfirma fuhr die eigentlich verlassene Straße entlang, immer geradewegs auf die beschäftigte Ameisenmasse zu! Der Fahrer, zufälligerweise engagierter Tierschützer und außerdem sehr gemütlicher Mensch, bemerkte das. Er stellte das Radio ab, bremste und stieg aus. Interessiert musterte er die Ameisenstraße und war wieder mal fasziniert von den Riesenkräften, die diese kleinen Tierchen manchmal entwickelten. Da er so begeistert von den Ameisen war, beschloss er einen Umweg zu fahren. Die enorme Arbeit musste gesichert und der reibungslose Abtransport der Tomate gesichert werden.
Also kehrte der übrigens achtunddreißigjährige Logistiker um und fuhr einen großen Bogen um die Straße der Ameisen. Er tötete dabei eine Obstfliege, drei Kellerasseln, einen halben Regenwurm (ob der noch lebte oder nur zappelte, ist unklar), eine zu langsame Ameise und merkte nichts davon.
Im selben Moment heiratete jemand, starb jemand, wurde jemand geboren, hatte jemand seinen ersten Kuss, bekam jemand Depressionen diagnostiziert, wurde jemand von Krebs geheilt, infizierte sich jemand mit HIV, lag jemand auf einer Blumenwiese, beobachtete jemand die Sterne, träumte jemand vom Schlaraffenland, erdrosselte jemand seinen Teddybär, weinte ein Baby, freute sich ein Junge über eine neue Spielkonsole, brach jemand seinen persönlichen Rekord von Tetris oder wahlweise auch Pacman, regte sich jemand über den Staat auf, hatten zwei Meerschweinchen Sex, ertrank ein Tier im pazifischen Ozean, wurde jemand begraben, hörte jemand ein Musikstück von den Beatles und es trank auch jemand einen Cappuccino mit extra viel Milch.
U N D W E N N D E R M A N N K E I N E T O M A T E N G E K A U F T H Ä T T E?
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Donnerstag, 26. August 2010
DIE WELT IST EIN TENNISBALL
Ich hatte heute einen wahnsinnigen Spaß mit drei Freunden. Ich bin durch die Gegend meiner Kindheit gestapft und habe nach einer guten Stunde Kampf es endlich geschafft, die Strohballen zu erklimmen.
Allerdings soll sich dieser Blogeintrag nicht primär um diesen wunderbaren Teil meines Tages drehen, sondern um ein schönes Gespräch, das ich mit zwei... Bekannten geführt habe. Maya und Janina, vor einem Monat sechs Jahre alt geworden. Ich will schon mal vorrausschicken: Kinder sind so schlau!
Für die beiden war es schon recht spät an diesem Abend, ungefähr neun Uhr, vielleicht auch halb zehn. Jedenfalls kam Janina nach endlosen Brettspielpartien, Bücherlesen und fröhlich-auf-Jule-Rumturnen auf die Idee, wir könnten ja Schule spielen! Ich konnte nicht sofort auf diesen (genialen) Einfall antworten, weil ich der Mutter und der Tante der beiden Mädchen gerade von meiner Parisreise erzählte.
Als ich vom Foucaultschen Pendel im Panthéon sprach, mit dem der Herr Foucault irgendwann im neunzehnten Jahrhundert nachwies, dass die Erde sich dreht.
"WAS? Aber warum fallen wir denn dann nicht runter?" Süß. Wirklich süß, diese Janina. :) Maya, die damit beschäftigt war, mit einem Tennisball um sich zu werfen, brachte mich auf eine Idee.
"Komm, ich erklär dir das. Bring mir mal den Tennisball und ein Bauklötzchen, bitte."
Und so begann die lustige Jule-erklärt-die-Welt-Sitzung. Janina auf meinem Schoß, in ihrer Hand ein gelber Holzklotz. "Das ist die Sonne. Und ich... ich habe hier die Erde in der Hand. Die Erde ist der Tennisball."
Wie das funktioniert mit der Erdrotation und der Gravitation und dem Magnetfeld der Erde und so weiter, das wisst ihr ja (hoffentlich). Also erspare ich euch das jetzt. Aber ich hatte wirklich Spaß daran, dass alles mit diesem Tennisball zu erklären und auch Janina schien es sehr interessiert zu haben.
Und der Tennisball half uns noch in mehr Punkten weiter.
"So, und jetzt bist du Frau Lehrerin. Wir spielen Schule."
Ohmann. Bis die Beiden sich auf einen Namen für mich geeinigt hatten, hatten sie ihre Vorschläge schon wieder vergessen. Frau Klara, Frau Klari, Frau Tennisball, Frau Tennis, Frau Tenn, Frau Tenni und schließlich - dabei blieb es dann auch: Jule.
Wir führten ein relativ langes Gespräch über Tennisbälle und dadurch irgendwie über das Leben. Maya konnte sich nicht recht konzentrieren (machte sich zum Beispiel Sorgen um ihren Holzhund und dachte darüber nach, ob die Feuerwehr schnell genug da wäre, wenn das Schulhaus abbrennen würde), aber Janina und ich kamen auf so manch lehrreiche Antwort. Natürlich war alles sehr sehr kindlich und vereinfacht dargestellt, aber dennoch.
"Ein Tennisball, welche Form hat denn der?"
- "Rund!"
"Ja, und was ist noch rund?"
- "Äh... der Deckel von der Flasche da hinten! Und die Rollen von Mayas Hund! Und mein Kopf."
"Kann man mit deinem Kopf Tennis spielen?"
- "Dann müsste man ihn abschneiden!"
"Ja, das stimmt. Aber dann könnte man doch Tennisspielen, oder?"
- "Ich brauch mein Kopf aber, weil der meine Augen hält! Die sind auch rund. Aber die sind zum gucken, nich zum Tennisspielen, Jule!"
"Da hast du Recht. Und der Deckel der Flasche?"
- "Den braucht man, damit keine Bakterien ins Trinken kommen. Und dass es net verschüttet, wenn die Flasche umkippt. Und die Blumen braucht man für den Honig. Und den Baum für Luft zum Atmen für uns."
"Warum spielt man mit einem Hund nicht Tennis, Janina?"
- "Weil er sich dann verletzen könnte und man seine Gefühle verletzt."
"Jeder hat seine Aufgabe und jeder kann etwas gut."
- "Ich kann puzzlen!"
"Was kannst du denn gut, Maya?"
(endich hatte ich auch ihre Aufmerksamkeit): "Malen! Ich bin ein Künschtler!"
Wir haben mithilfe eines simplen Tennisballs über physikalische Gesetze, über philosophische Fragen (ein Stück weit sogar über den Sinn des Seins), über ethische Grundsätze und über die Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft geredet. Und das mit einer Sechsjährigen! Ich war ehrlich beeindruckt.
Und was das schönste war: Janina ist eben wirklich noch ein Kind und sieht die Welt in einer naiven Einfachheit. Auf die Frage von Maya, warum ein Tennisball denn diese weiße, geschwungene Linie habe, meinte Janina lächelnd und als sei es das Selbstverständlichste der Welt: "Weil es mit Muster schöner aussieht."
D I E W E L T G E H Ö R T I N K I N D E R H Ä N D E !
Allerdings soll sich dieser Blogeintrag nicht primär um diesen wunderbaren Teil meines Tages drehen, sondern um ein schönes Gespräch, das ich mit zwei... Bekannten geführt habe. Maya und Janina, vor einem Monat sechs Jahre alt geworden. Ich will schon mal vorrausschicken: Kinder sind so schlau!
Für die beiden war es schon recht spät an diesem Abend, ungefähr neun Uhr, vielleicht auch halb zehn. Jedenfalls kam Janina nach endlosen Brettspielpartien, Bücherlesen und fröhlich-auf-Jule-Rumturnen auf die Idee, wir könnten ja Schule spielen! Ich konnte nicht sofort auf diesen (genialen) Einfall antworten, weil ich der Mutter und der Tante der beiden Mädchen gerade von meiner Parisreise erzählte.
Als ich vom Foucaultschen Pendel im Panthéon sprach, mit dem der Herr Foucault irgendwann im neunzehnten Jahrhundert nachwies, dass die Erde sich dreht.
"WAS? Aber warum fallen wir denn dann nicht runter?" Süß. Wirklich süß, diese Janina. :) Maya, die damit beschäftigt war, mit einem Tennisball um sich zu werfen, brachte mich auf eine Idee.
"Komm, ich erklär dir das. Bring mir mal den Tennisball und ein Bauklötzchen, bitte."
Und so begann die lustige Jule-erklärt-die-Welt-Sitzung. Janina auf meinem Schoß, in ihrer Hand ein gelber Holzklotz. "Das ist die Sonne. Und ich... ich habe hier die Erde in der Hand. Die Erde ist der Tennisball."
Wie das funktioniert mit der Erdrotation und der Gravitation und dem Magnetfeld der Erde und so weiter, das wisst ihr ja (hoffentlich). Also erspare ich euch das jetzt. Aber ich hatte wirklich Spaß daran, dass alles mit diesem Tennisball zu erklären und auch Janina schien es sehr interessiert zu haben.
Und der Tennisball half uns noch in mehr Punkten weiter.
"So, und jetzt bist du Frau Lehrerin. Wir spielen Schule."
Ohmann. Bis die Beiden sich auf einen Namen für mich geeinigt hatten, hatten sie ihre Vorschläge schon wieder vergessen. Frau Klara, Frau Klari, Frau Tennisball, Frau Tennis, Frau Tenn, Frau Tenni und schließlich - dabei blieb es dann auch: Jule.
Wir führten ein relativ langes Gespräch über Tennisbälle und dadurch irgendwie über das Leben. Maya konnte sich nicht recht konzentrieren (machte sich zum Beispiel Sorgen um ihren Holzhund und dachte darüber nach, ob die Feuerwehr schnell genug da wäre, wenn das Schulhaus abbrennen würde), aber Janina und ich kamen auf so manch lehrreiche Antwort. Natürlich war alles sehr sehr kindlich und vereinfacht dargestellt, aber dennoch.
"Ein Tennisball, welche Form hat denn der?"
- "Rund!"
"Ja, und was ist noch rund?"
- "Äh... der Deckel von der Flasche da hinten! Und die Rollen von Mayas Hund! Und mein Kopf."
"Kann man mit deinem Kopf Tennis spielen?"
- "Dann müsste man ihn abschneiden!"
"Ja, das stimmt. Aber dann könnte man doch Tennisspielen, oder?"
- "Ich brauch mein Kopf aber, weil der meine Augen hält! Die sind auch rund. Aber die sind zum gucken, nich zum Tennisspielen, Jule!"
"Da hast du Recht. Und der Deckel der Flasche?"
- "Den braucht man, damit keine Bakterien ins Trinken kommen. Und dass es net verschüttet, wenn die Flasche umkippt. Und die Blumen braucht man für den Honig. Und den Baum für Luft zum Atmen für uns."
"Warum spielt man mit einem Hund nicht Tennis, Janina?"
- "Weil er sich dann verletzen könnte und man seine Gefühle verletzt."
"Jeder hat seine Aufgabe und jeder kann etwas gut."
- "Ich kann puzzlen!"
"Was kannst du denn gut, Maya?"
(endich hatte ich auch ihre Aufmerksamkeit): "Malen! Ich bin ein Künschtler!"
Wir haben mithilfe eines simplen Tennisballs über physikalische Gesetze, über philosophische Fragen (ein Stück weit sogar über den Sinn des Seins), über ethische Grundsätze und über die Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft geredet. Und das mit einer Sechsjährigen! Ich war ehrlich beeindruckt.
Und was das schönste war: Janina ist eben wirklich noch ein Kind und sieht die Welt in einer naiven Einfachheit. Auf die Frage von Maya, warum ein Tennisball denn diese weiße, geschwungene Linie habe, meinte Janina lächelnd und als sei es das Selbstverständlichste der Welt: "Weil es mit Muster schöner aussieht."
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Dienstag, 24. August 2010
SPECTACULUM
Ohman, bin ich gerade froh! :D Wahrscheinlich klingt es nicht so genial, warum ich gerade hier sitze und grinse wie eine Blöde, aber Mensch! Ich war ja schon verdammt froh, weil heute mit der Post Warten auf Godot von Samuel Beckett ankam, und was macht mein Vater? Er kommt mit einem fetten Karton voll mit blauen Büchern reinsapziert, drückt sie mir in die Hand mit den Worten:
Oh, als ich heute nichtsahnend in den Obi marschiert bin, um mir eine Korkplatte zu besorgen (die ich morgen zu einer Pinwnand umfunktionieren werde) stieß ich auf ein merkwürdiges Angebot. Es ist vielleicht das beste Angebot, das der Menschheit je gemacht wurde und jedem, der jetzt meine Empfehlung liest, sollte sich glücklich schätzen.
Das Angebot, von dem ich spreche, gibt es in verschiedenen Preisklassen. Von 9,99 € zu 46,95 € war wirklich alles dabei. Die Maßeinheit ist... Liter. Bevor ich auf das Angebot stieß, wusste ich das nicht, aber man muss freilich aufgeschlossen sein!
Ohje, viele viele Probleme der Menschen dieser Welt könnten gelöst werden, wenn jeder von diesem Angebot wüsste. Einige Beziehungsprobleme, Berufsprobleme und Identitäsängste könnten damit beseitigt werden. Für genügsame Menschen gibt es das Wundermittel in 1 Liter - Packungen, für bedürftigere auch in 20 Liter - Packungen.
Wovon ich spreche?
Tiefgrund! Wie schön wäre das: Jeder bewaffnet sich mit solch einem Container und die Gespräche werden tiefgründiger, die Gedanken weniger oberflächlich. Dass dieser Tiefgrund für Oberflächen gemacht ist, ist ja schließlich kein Zufall. :D
T I E F G R U N D F Ü R A L L E !
"Das muss doch ne Fundgrube sein für dich."Ich hab jetzt fünfzehn (!) Bände mit je fünf Theaterstücken von den unterschiedlichsten Schriftstellern. Dürrenmatt, Frisch, Brecht, Beckett, Walser und verdammt viele, die ich noch gar nicht kenne! :D Oh, da hab ich viel zu Durchstöbern. Nach diesem Post werde ich mich auch verkrümeln und mal 'die Lage sichten'. :D
Oh, als ich heute nichtsahnend in den Obi marschiert bin, um mir eine Korkplatte zu besorgen (die ich morgen zu einer Pinwnand umfunktionieren werde) stieß ich auf ein merkwürdiges Angebot. Es ist vielleicht das beste Angebot, das der Menschheit je gemacht wurde und jedem, der jetzt meine Empfehlung liest, sollte sich glücklich schätzen.
Das Angebot, von dem ich spreche, gibt es in verschiedenen Preisklassen. Von 9,99 € zu 46,95 € war wirklich alles dabei. Die Maßeinheit ist... Liter. Bevor ich auf das Angebot stieß, wusste ich das nicht, aber man muss freilich aufgeschlossen sein!
Ohje, viele viele Probleme der Menschen dieser Welt könnten gelöst werden, wenn jeder von diesem Angebot wüsste. Einige Beziehungsprobleme, Berufsprobleme und Identitäsängste könnten damit beseitigt werden. Für genügsame Menschen gibt es das Wundermittel in 1 Liter - Packungen, für bedürftigere auch in 20 Liter - Packungen.
Wovon ich spreche?
Tiefgrund! Wie schön wäre das: Jeder bewaffnet sich mit solch einem Container und die Gespräche werden tiefgründiger, die Gedanken weniger oberflächlich. Dass dieser Tiefgrund für Oberflächen gemacht ist, ist ja schließlich kein Zufall. :D
T I E F G R U N D F Ü R A L L E !
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Montag, 23. August 2010
AS WE WIND ON
Der Titel meines Blogs (und auch der Untertitel :D ) sind aus dem wunderbarsten Lied dieser verdammten Erde entnommen. Oh, das klingt jetzt aber wuchtig. :D Ich wollte nicht nach Weltuntergang oder Liebeserklärung oder irgendwas anderem Finalem klingen, entschuldigt bitte. Ich wollte einfach nur sagen, dass es für mich kein Lied gibt, das Stairway to heaven von Led Zeppelin übertrifft. Wer mich gut kennt und mit mir schon Musik gehört hat (okay, spontan fallen mir jetzt nur zwei Leute ein, mit denen ich dieses Lied schon gehört hab), wird nicht verwundern, dass ein Auszug aus dem Text meinen Blog öh... krönt. Ja, krönt klingt gut.
Und wie es der Zufall (oder ich!) so will, gibt es auch eine Verbindung zu meinem Pseudonym. Denn richtig, anemoi ist nicht mein richtiger Name. Ich möchte Wikipedia zitieren:
Ich liebe Wind. Wissenschaftlich betrachtet ist es ja nur der Strom von Luftteilchen, die in ein Tiefdruckgebiet wehen. Aber ich finde Wind wunderbar.
Wenn der Himmel weint (oh, schon wieder so apokalytpische Formulierungen :D) und es überall nach nassem Stein und Erde riecht, wenn es duster draußen ist und irgendwie ein wennig gespenstig, wenn man dann draußen steht und der Wind um einen tanzt, ist das nicht wahnsinnig beeindruckend?
Wind ist dynamisch, Wind verändert. Mir fallen einige Lieder ein, die den Wind ansprechen.
Riders on the Storm. Wind of Change. Stairway to heaven. She's like the wind. Candle in the wind.
Wind hat Macht, Wind kann zerstören. Wind ist durchaus sehr gefährlich. Aber Wind ist auch angenehm. Wenn man bei fünfunddreißig Grad im Klassenzimmer sitzt und langweilige Matheaufgaben lösen muss, dann die Tür aufgeht und ein Durchzug entsteht: Das ist doch ein Segen, oder?
Ich mag das Geräusch von Wind und ich mag auch die Farbe des Windes.
Bei Wind und Wetter.
We wind on. Egal was passiert, wir machen weiter. Uns bleibt ja nichts anderes übrig. Man akzeptiert die Situation oder man versucht, etwas zu verändern.
So oder so: Wir machen immer weiter.
Und wie es der Zufall (oder ich!) so will, gibt es auch eine Verbindung zu meinem Pseudonym. Denn richtig, anemoi ist nicht mein richtiger Name. Ich möchte Wikipedia zitieren:
Die Anemoi (griechisch Ἄνεμοι „Winde“ Sing. Ἄνεμος) waren in der griechischen Mythologie die Götter des Windes [...].Yeah. Wer jetzt schnell einen Blick auf meinen Blogtitel wirft, dem wird (sofern er lesen kann, was ich doch schwer hoffe und sofern er ein wenig Englisch beherrscht) die Verbindung auffallen: Der Wind.
Ich liebe Wind. Wissenschaftlich betrachtet ist es ja nur der Strom von Luftteilchen, die in ein Tiefdruckgebiet wehen. Aber ich finde Wind wunderbar.
Wenn der Himmel weint (oh, schon wieder so apokalytpische Formulierungen :D) und es überall nach nassem Stein und Erde riecht, wenn es duster draußen ist und irgendwie ein wennig gespenstig, wenn man dann draußen steht und der Wind um einen tanzt, ist das nicht wahnsinnig beeindruckend?
Wind ist dynamisch, Wind verändert. Mir fallen einige Lieder ein, die den Wind ansprechen.
Riders on the Storm. Wind of Change. Stairway to heaven. She's like the wind. Candle in the wind.
Wind hat Macht, Wind kann zerstören. Wind ist durchaus sehr gefährlich. Aber Wind ist auch angenehm. Wenn man bei fünfunddreißig Grad im Klassenzimmer sitzt und langweilige Matheaufgaben lösen muss, dann die Tür aufgeht und ein Durchzug entsteht: Das ist doch ein Segen, oder?
Ich mag das Geräusch von Wind und ich mag auch die Farbe des Windes.
Bei Wind und Wetter.
We wind on. Egal was passiert, wir machen weiter. Uns bleibt ja nichts anderes übrig. Man akzeptiert die Situation oder man versucht, etwas zu verändern.
So oder so: Wir machen immer weiter.
W I E D E R W I N D .
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