Posts mit dem Label individualität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label individualität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. April 2011

DAS LEBEN IST KEINE KOMÖDIE

In der klassischen Komödie gibt es für den Schluss meistens zwei Möglichkeiten: Entweder es wendet sich alles zum Guten und die Handlung findet ein glückliches Ende, oder aber das komplette Gegenteil ist der Fall und ein trauriges Ende ist unabwendbar, eine Katastrophe steht bevor.
In der Realität sieht das ganz anders aus. Eine scheinbar schreckliche Begebenheit stellt sich als gar nicht so grässlich heraus und man beginnt, das Positive daran zu erkennen: das ist dann schön. Wenn es aber anders herum kommt und ein auf den ersten Blick wahnsinnig toll geglaubtes Etwas sich als blendende Mogelpackung entpuppt, wünsche ich mir manchmal die Einfachheit einer alten Geschichte oder einem Märchen: Wo Gut und Böse genau voneinander getrennt sind, offensichtlich für jeden zu sehen ist, was moralisch vertretbar ist, was nicht und man sich nicht unnötig den Kopf mit Grübeleien um das Richtig oder Falsch schwer machen muss.
Bis zu welchem Grad muss ich meine eigenen Wünsche hinten anstellen? Ab wann beginnt eine Lüge? Ich bin heute vor eine Vielzahl an Konflikte mit meinem Gewissen gestellt worden und muss einfach mal los werden, dass das verdammt schwierig ist. Entscheidungen. Sobald ich mich festgelegt habe, gibt es nur schwer einen Rückzug. Manchmal ist eine Entscheidung sogar endgültig und verändert womöglich mein und das Schicksal anderer.
Manchmal kann ich das nicht. Entscheidungen fällen, ganz alleine. Und wenn ich andere frage, bekomme ich zwar halbherzige Ratschläge (die sich oft auch noch widersprechen), letzten Endes bleibt es aber trotzdem meine Angelegenheit. Es heißt Zähne zusammen beißen, Augen zu und durch. Rein ins kalte Wasser, mich irgendwie entscheiden.
Nur wie, möchte ich wissen! Wie denn?

K O N F U S E   U N E N T S C H L O S S E N H E I T   A U F   G A N Z E R   L I N I E .

Montag, 14. März 2011

INS LEBEN STÜRZEN

Ab und zu tut es mir gut, mich einfach auszuklinken und Beobachter zu spielen. Als sei ich in einem Kino, setze ich mich irgendwo hin, lasse meinen Blick schweifen und gebe mich schlicht und ergreifend den Eindrücken und den Farben hin.
Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern manchmal auch wahnsinnig berührend. Heute sah ich beispielsweise zwei kleine Mädchen, wie sie leuchtende Augen hatten, als sie ihr selbst gebasteltes Spiel das erste Mal spielten. Auch toll finde ich Schmetterlinge, die gemeinsam eine Wiese entlang fliegen und immerzu umeinander kreisen, als gäbe es nichts anderes auf der Welt.
Wäre es nicht schön, für einen Tag oder eine Woche oder einen Monat so zu leben, wie ein Schmetterling? Immerzu nur um das kreisen, was wir lieben, den ganzen Tag nur das tun, was uns gefällt. Mal ehrlich: Wir verbringen an einem Tag doch viel zu viel Zeit damit, über das zu jammern, was wir haben und uns eine schönere, bessere Alternative zu wünschen. Ich liebe es abgrundtief, zu träumen. Damit meine ich nächtliche Träume ebenso wie Tagträume.
Wie wäre es, wenn diese Träume einfach umgesetzt würden? Relativ häufig stelle ich mir Gesprächsabläufe vor, die ich nie führen werde. Warum nicht? Fehlt mir der Mut oder ist es ganz einfach Angst? Angst vor dem Unveränderlichen, vor den Konsequenzen, vor zu viel Realität.
"So, meine kleine Amélie. Sie haben keine Knochen aus Glas. Sie dürfen sich ins Leben stürzen. Die Chance dürfen Sie nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen, sonst wird Ihr Herz mit der Zeit nach und nach so trocken und verletzlich wie mein Skelett. Also, verdammt noch mal: Los jetzt!" - Die fabelhafte Welt der Amélie
 Das ist ein schöner Wunsch. Mehr von den Dingen tun, von denen ich träume. Ich versuche es mir zu Herzen zu nehmen und werde beim nächsten Tagtraum intensiv darüber nachdenken, ob sich eine Umsetzung in die Realität nicht lohnen würde.

E I N S   W Ä R E   S I E   A U F   J E D E N   F A L L :   A U F R E G E N D .

Mittwoch, 9. März 2011

MEINE PINNWAND

Oft wird darüber geredet, dass es Abwechslung braucht. Überall. In der Arbeit, im Freundeskreis, bei Unternehmungen, zu Hause. Das ist auch ein Grund dafür, warum ich eine Pinnwand bei mir im Zimmer hängen habe.
Entschuldigt bitte die grauenvolle Qualität, die Webcam leistet einfach nicht so viel. Das Bild dient auch eigentlich nur dazu, meine Erzählung ein bisschen greifbarer zu machen. Das Ding, was da rechts runter hängt zum Beispiel, ist eigentlich eine rote Krawatte. In natura erkennt man das wunderbar, nur waren eben die Lichtverhätnisse in meinem Zimmer nicht... ideal. :D
Ich benutze diese Pinnwand nicht wie vielleicht vermutet als Erinnerung daran, was noch alles zu erledigen ist und woran ich unbedingt denken muss (wobei das vielleicht auch ganz praktisch wäre :D). Ich benutze sie vielmehr als Ort, an dem Erinnerungen fest gehalten werden. Einige Fotos hängen dort, Liedtexte, Gedichte, Postkarten, eine niedliche Papiertüte, in der ich besondere Briefe aufbewahre, Bahnkarten und Buttons. Alles, was mir in irgendeiner Weise wichtig erscheint, aber keine materielle Funktion erfüllt, landet dort. Ständig verändert sich diese Pinnwand: Ob ich nun selbst Dinge abhänge (und sorgfältig verstaue), aufhänge oder überhänge, oder ob ich Besuch kriege, der spontan irgendwas verändert: Es lebt. In der Adventszeit zum Beispiel war sie knallbunt, da ich jeden Tag ein Gedicht auf buntem Papier von meiner Mutter bekam. Ab Neujahr war sie dann recht leer, jetzt ist sie gerade wieder ziemlich gefüllt.
Ich weiß nicht, warum genau ich darüber blogge; mir kribbelte es einfach in den Fingern, als ich meine Wand heute wieder ein wenig veränderte. Ich bin wahnsinnig froh, sie zu haben und finde es jeden Morgen aufs Neue erfrischend, all die bunten Teile anzusehen.

K U N S T   A U F   I H R E   G A N Z   E I G E N E   A R T   U N D   W E I S E .

Mittwoch, 2. März 2011

VORSCHNELLE SCHLÜSSE

In den letzten Tagen bin ich häufig in Gespräche geraten, in denen ein anderer vorschnell geurteilt hat. Da wird jemand wegen einer einzelnen schrägen Aussage verurteilt, aufgrund einer vielleicht ungewohnten Reaktion auf irgendwas wird auf eine Krankheit geschlossen und überall wird fehlinterpretiert und viel zu schnell gewertet.
Wenn ich einen Text von Goethe lese, muss ich nicht sofort darüber nachdenken, ob er mir sprachlich gefällt und ob meine Meinung damit konform geht; ich beginne erstmal damit, ihn zu verstehen. Wenn ich nämlich schon am Verständnis scheitere, kann ich mir den Rest sparen.
Ein anderes Beispiel: Heute sprach ich mit einer Freundin über die Menschenkette vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Stuttgart, an welcher ich teilnehmen möchte. Ein Unbeteiligter klinkte sich ungefragt ein: "Häh? Warum wollt ihr denn bei etwas GEGEN Atomkraft mitmachen? Ihr habt doch gar keine Gründe dafür." Achso. Wie gut, dass er so etwas schon weiß, dann kann er sich das diskutieren ja sparen. Ob er unsere Gedanken und unsere (scheinbar nicht vorhandenen) Beweggründe vielleicht gerochen hat? Verriet unser Körpergeruch uns? Oder womöglich unsere Augenfarbe?
Schwachsinn. Blöd war das einfach. Und leider ist das nicht nur bei politischen Themen so, wo einige Menschen oft eine fest gefahrene Meinung haben, sondern auch im stinknormalen Alltag.
Allzuoft wird von etwas winzig Kleinem, Unbedeutendem auf einen monströsen Apparat von seltsamen Marotten, familiären Hintergründen oder Dummheit geschlossen. Ich würde mir wünschen, dass es einfach mehr Milde gibt. Wenn die Dinge sachlich und ruhig betrachtet werden und man sich Zeit lässt, ein Urteil zu fällen und sich gründlich eine eigene Meinung bildet, funktioniert doch alles viel besser und man ist obendrein gerechter und muss sich nicht laufend über andere aufregen.
Außerdem gibt man dadurch auch sich selbst die Chance, Menschen kennen zu lernen, die die Welt anders sehen als man selbst.

E S   G I B T   A U C H   N O C H   E T W A S   Z W I S C H E N   G U T   U N D   B Ö S E .

Sonntag, 13. Februar 2011

DIESE WELT BRAUCHT UNIKATE!

Ja, wir brauchen wirklich mehr Einzelstücke. Irgendwie scheint alles immer gleichförmiger zu werden: Jeder hört die gleiche Musik, es zeichnet sich überall eine nicht hinterfragte Meinung ab, jeder trägt Jeans und verhält sich immer korrekt, lieb, brav und äußert niemals eine kritische Meinung. Im Unterricht dösen die meisten eher weg, als mal aufzustehen und zu sagen, was sie stört. Viele verstecken sich und sagen nicht, was sie denken, weil sie in den Mainstream passen wollen. Wer andere Interessen oder Hobbys hat, als die meisten anderen, wird als Freak/Nerd/Spast/Idiot beleidigt oder in irgendeine blöde Schublade gesteckt. Wer gegen Clichés verstößt, wird verpöhnt oder zumindest ausgelacht und wer Hausaufgaben macht, hat eh keine Ahnung.
Da verändert ein Junge sich die Haarfarbe und wird als schwul bezeichnet, ein Mädchen schminkt sich nicht und gilt als langweilig oder jemand sagt etwas gegen Bruno Mars und wird als geschmacklos bezeichnet.
Was soll denn das ganze? Ich liebe es, wenn jemand mal gegen den Strom schwimmt und etwas tut, was vielleicht nicht irgendwelchen Normen und Konventionen entspricht, dafür aber dem eigenen Charakter und den persönlichen Wünschen und Träumen.
Das ist für mich cool, nicht irgendwelche modischen Haarschnitte oder die Musik, die in den Charts läuft.

E S   L E  B E   D I E   I N D I V I D U A L I T Ä T !